Neuer Vorschlag zum Gottesbezug in der Landesverfassung

Fünf Landtagsabgeordnete von der FDP, zwei von den Grünen und zwei vom SSW haben zum Gottesbezug in der Landesverfassung einen neuen Vorschlag eingebracht. Quelle: Rainer Pregla (Archiv)
Ist das der Durchbruch? Fünf Landtagsabgeordnete von der FDP, zwei von den Grünen und zwei vom SSW haben zum Gottesbezug in der Landesverfassung einen neuen Vorschlag eingebracht. Damit rückt eine gemeinsame Lösung zumindest rechnerisch in greifbare Nähe.

Von Christian Hiersemenzel | Kieler Nachrichten

Bislang hatten sich die neun Volksvertreter in dieser Frage skeptisch geäußert und Ende April eine Kompromisslösung abgelehnt, die 31 ihrer Kollegen unterstützen. Um die Präambel zu ändern, wäre im Landtag jedoch eine Zweidrittelmehrheit mit 46 Stimmen erforderlich.

Auf Vorschlag des FDP-Abgeordneten Ekkehard Klug könnte sich Schleswig-Holsteins Präambel nun am EU-Verfassungsvertragsentwurf von 2004 orientieren. „Schöpfend aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas, aus dem sich die unverletzlichen und unveräußerlichen Rechte des Menschen (…) entwickelt haben“, würde dem Text vorangestellt. „Dieser Vorschlag könnte den Streit mit einem Kompromiss beilegen, bei dem es keine Verlierer gibt“, sagte Klug: „nämlich eine Lösung, die sowohl für Menschen tragbar wäre, die an Gott glauben, als auch für andere, die einen solchen Glauben nicht teilen.“

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An den Pranger der Weltlächerlichkeit

Scharf hinsehen und Kritik üben ist bei vielen Aspekten des Islam nicht nur legitim, sondern ein aufklärerisches Gebot. (Bild: Shamil Zhumatov)
Gern wird mit der Totschlagvokabel «Islamophobie» versucht, jede Kritik am Islam abzuwürgen. Auf der anderen Seite fordern Despoten «Respekt» ein. Wir sollten uns von solchen Kampfbegriffen nicht einschüchtern lassen.

Von Eduard Kaeser |Neue Zürcher Zeitung

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der «Islamophobie». Einer der Nestoren der linken politischen Philosophie, Michael Walzer, hat letztes Jahr unter dem Titel «Islamism and the Left» ein unangenehmes Thema aufgebracht. «Heute erfährt jede grosse Weltreligion ein bedeutsames Wiederaufleben», schreibt Walzer, «und die wiederbelebte Religion ist kein Opiat, wie wir dachten, sondern ein sehr starkes Stimulans. (. . .) Von Pakistan bis Nigeria und auch in Teilen Europas ist der Islam eine Religion, die eine grosse Zahl von Männern und Frauen, vor allem Männern, dazu anstiften kann, in ihrem Namen zu töten und zu sterben.» Ein beunruhigendes Phänomen, vor dessen Kritik viele Linke zurückschrecken, weil sie, so Walzer, eine «schreckliche Furcht davor [haben], als ‹islamophob› bezeichnet zu werden».

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Atheisten und Psychopathen: Presserat sieht keine Verletzung journalistischer Ethik

Bild: RDF
Der Deutsche Presserat hat eine Beschwerde über einen Artikel des „FOCUS“ zurückgewiesen, in welchem Studienergebnisse über Gemeinsamkeiten von Atheisten und Psychopathen vorgestellt worden waren.

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

Hier ist der Artikel zu finden. Unter anderem hatte der Sprecher der „Humanistischen Alternative Bodensee“ (HABO), Dennis Riehle, Verstöße gegen die geltenden Richtlinien vermutet, da er durch die pauschalen Vergleiche eine weltanschauliche Personengruppe diskriminiert sah und Fehler in der Aufbereitung der wissenschaftlichen Ergebnisse durch die Redaktion des „FOCUS“ vermutete. Der gelernte Journalist hatte daher entsprechende Grundsätze nach Ziffer 2 (Sorgfalt) und Ziffer 10 (Schmähung) des Pressekodexes verletzt gesehen und den Beitrag vom 25. März 2016 dem Gremium zur Überprüfung vorgelegt.

Dort entschied man nun, dass die Eingabe gegen den Text mit dem Titel „Glaube ist im Gehirn verankert – Was Atheisten mit Psychopathen gemeinsam haben“ unbegründet gewesen sei. Nachdem Riehle unter anderem bemängelt hatte, dass der „FOCUS“ die Studienerkenntnisse nicht auf ihre Plausibilität hinterfragt habe, schrieb der Presserat:

„Es steht Ihnen – wie auch allen anderen Lesern – selbstverständlich frei, die Erkenntnisse der Studie, deren wissenschaftliche Methodik etc. anzuzweifeln. Aus presserechtlicher Sicht bleibt allerdings festzuhalten, dass die Redaktion die Studie im streitgegenständlichen Artikel ihrem Inhalt nach korrekt wiedergegeben hat. […] Im vorliegenden Fall jedenfalls bleibt die Berichterstattung in ihren Aussagen so nah an der zugrunde liegenden Studie, dass weitergehende Ausführungen nicht erforderlich waren“.

Riehle hält hier jedoch entgegen, dass eine Redaktion aus ihrer journalistischen Verantwortung dazu aufgefordert ist, solch prägnante Feststellungen wie die aus der Studie zumindest auch kritisch zu hinterfragen oder dafür zu sorgen, dass durch ein unkommentiertes Reproduzieren keine Missverständnisse entstehen können. Hier meint der Presserat allerdings:

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So sieht es im Inneren der Homo naledi-Höhle aus

Die Rekonstruktion zeigt die Struktur des verwinkelten Rising Star-Höhlensystems in Südafrika © University of the Witwatersrand
Einblicke in die letzte Ruhestätte von Homo naledi: Paläontologen haben mithilfe aufwendiger digitaler Verfahren das südafrikanische Höhlensystem kartiert, in dem vor kurzem eine neue Menschenart entdeckt wurde. Die dreidimensionale Karte offenbart erstmals die Struktur der nur schwer zugänglichen Höhle sowie die genaue Lage der Fossilien. Die Forscher erhoffen sich von ihr nun neue Erkenntnisse über den spektakulären Fundort.
 

scinexx

Der umfangreichste Fund frühmenschlicher Fossilien, den Forscher je auf dem afrikanischen Kontinent entdeckt haben, hat dem Stammbaum des Menschen im vergangenen Jahr einen neuen Ast beschert: den Homo naledi. Bereits 2013 waren Paläontologen um Lee Berger von der Universität Witwatersrand in Südafrika auf die Skelette von mindestens 15 Hominiden dieser bis dahin noch unbekannten Menschenart gestoßen.

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Evangelische Allianz ruft zum Gebet für islamische Welt auf

Logo DEA
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Die Aktion findet parallel zum Ramadan vom 6. Juni bis 5. Juli statt – Schon jetzt gebe es die bemerkenswerteste Hinwendung von Muslimen zu Jesus seit der Entstehung des Islams im 7. Jahrhundert
 

kath.net

Die Deutsche Evangelische Allianz (Bad Blankenburg) ermutigt Christen, sich an der Aktion „30 Tage Gebet für die islamische Welt“ zu beteiligen. Der Gebetsmonat des evangelikalen Dachverbandes findet parallel zum islamischen Ramadan vom 6. Juni bis 5. Juli statt. In dieser Fastenzeit verzichtet ein Großteil der 1,6 Milliarden Muslime weltweit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Viele von ihnen seien währenddessen „religiöser als sonst“ und suchen nach wahren Antworten, schreibt die Allianz in dem Begleitheft zur Aktion. „Das gibt uns die Möglichkeit, ganz gezielt dafür zu beten, dass Gott in das Leben von Muslimen hinein redet und wirkt.“ Schon jetzt gebe es die bemerkenswerteste Hinwendung von Muslimen zu Jesus seit der Entstehung des Islams im 7. Jahrhundert.

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Paradox: Schmerzmittel fördert Schmerzgedächtnis

Opioide sollen gegen starke Schmerzen helfen, aber offenbar können sie diese auch verlängern. © pixologic/ thinkstock
Überraschender Effekt: Opioide gelten eigentlich als potente Schmerzmittel. Doch jetzt belegt eine Studie, dass diese Mittel Nervenschmerzen sogar verlängern und chronisch machen können – und das schon nach kurzer Einnahme. Der Grund: Die Opioide machen Zellen im Rückenmark überaktiv und sorgen so für übersteigerte Schmerzsignale ans Gehirn, wie Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Science“ berichten.

scinexx

Ob am Ischiasnerv, an den Gliedmaßen oder anderswo: Chronische Nervenschmerzen sind besonders hartnäckig und lassen sich schwer behandeln. Einer der Gründe dafür ist das Schmerzgedächtnis: Die anfänglichen Schmerzreize verändern die Aktivität von Zellen im Rückenmark und Gehirn und machen sie überempfindlich für Reize. Als Folge tut es selbst dann noch weh, wenn der eigentliche Grund längst ausgeheilt ist.

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Bitterer Lohn für süße Früchte

Oxfam befragt Erntearbeiter in Costa Rica und Ecuador. Neue Studie beschreibt die Gründe für günstige Südfrüchte

Von Harald Neuber | TELEPOLIS

Billig, billiger, Discounterware: Die Supermarktketten Edeka, Lidl, Aldi, Rewe und Metro beherrschen den deutschen und beträchtliche Teile des europäischen Marktes. Täglich bieten sie auch frisches Obst aus Übersee an, zu immer günstigeren Preisen. Dass irgendjemand unter diesem Preisdumping leidet, muss jedem klar sein, der sein Gehirn nicht vor der Schiebetür abgibt.

Die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam hat nun systematisch die Bedingungen bei Zuliefern der größten Discounter untersucht. Das Ergebnis ist – wie zu erwarten – schlecht bis katastrophal: Auf den Ananas- und Bananen-Plantagen der beiden untersuchten Exportländer Costa Rica und Ecuador schuften die Menschen nicht nur für einen kargen Lohn. Sie gefährden auch ihre Gesundheit, weil die Massenproduktion mit dem massiven Einsatz von Pestiziden einhergeht. Einige der Mittel sind hierzulande verboten, weil sie für Mensch und Umwelt zu giftig sind. Oxfam fordert nun von den Supermarktketten und der Bundesregierung Konsequenzen.

Für den Bericht „Süße Früchte, krumme Geschäfte“ hatte Oxfam zwischen Januar und April dieses Jahres in Costa Rica und Ecuador zahlreiche Interviews mit Arbeiterinnen und Arbeitern geführt. Laut dem am heutigen Dienstag veröffentlichten Bericht ging es nicht nur darum, die Arbeitsbedingungen so repräsentativ die möglich zu erfassen. Die Oxfam-Mitarbeiter legten auch Wert darauf, die Nachhaltigkeitssiegel der großen Supermarktketten zu prüfen.

Dass die zahlreichen Zertifikate oft nicht das halten, was sie versprechen, wurde bislang schon bei Biomarken bewiesen. Und tatsächlich: Auch bei den Nachhaltigkeitssiegeln von WWF, Rainforest Alliance oder dem Sustainable Agricultural Network übt der Bericht nun Kritik. Trotz der durchaus stattfindenden Kontrollen der Betriebe in Mittel- und Südamerika machten die Interviewer von Oxfam zahlreiche Mängel bei Sozialstandards und Arbeitsschutz aus.

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EuGH-Generalanwältin: Kopftuchverbot im Job generell zulässig

Themenbild
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Ein Kopftuchverbot am Arbeitsplatz kann nach Ansicht der Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof (EuGH) grundsätzlich zulässig sein.

evangelisch.de

Das Verbot könnte zwar eine mittelbare Diskriminierung aufgrund der Religion darstellen, räumte Generalanwältin Juliane Kokott in ihren Schlussanträgen am Dienstag ein. Die Diskriminierung könne aber „gerechtfertigt sein, um eine vom Arbeitgeber im jeweiligen Betrieb verfolgte legitime Politik der religiösen und weltanschaulichen Neutralität durchzusetzen“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts, die sich auf einen aktuellen Fall aus Belgien bezieht. (AZ: C-157/15)

In dem Fall ging es nach Angaben des Gerichts um eine Frau muslimischen Glaubens, die bei einer belgischen Firma beschäftigt war, die Sicherheits- sowie Rezeptionsdienste erbringt. Als die Rezeptionistin nach drei Jahren bei der Firma darauf bestand, künftig mit einem islamischen Kopftuch zur Arbeit zu kommen, wurde ihr gekündigt. Das Unternehmen berief sich darauf, dass bei ihm das Tragen sichtbarer religiöser, politischer und philosophischer Zeichen verboten sei.

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Claudia Roth: „Als ‚Fatima‘ bitte ich Sie darum“

Foto: Wöhrl
Themenbild. Foto: Wöhrl
Die Grünen-Politikerin besucht mit Zentralratschef Aiman Mazyek in Berlin eine Moschee. Es geht um das gemeinsame Feindbild AfD, doch anstatt Lösungen gibt es Floskeln und einen Mini-Wahlkampf.

Von Mareike Kürschner | DIE WELT

„Ihre Kinder können Sie oben abgeben. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, für die Übersetzung ins Arabische gibt es bei den Damen dort hinten Kopfhörer. Und bitte schalten Sie die Handys aus.“ Mit diesen Worten eröffnet die junge Frau auf der Bühne der Dar-Assalam-Moschee in Berlin-Neukölln die Veranstaltung „Gemeinsam gegen Rassismus“.

Zur Diskussion eingeladen hat die Neuköllner Begegnungsstätte die Grünen-Abgeordnete Claudia Roth und den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek.

Die weißen Plastikstühle im Gebetsraum der Moschee sind fast alle besetzt. Die meisten Besucher sind muslimische Gemeindemitglieder, aber auch ein paar Interessierte aus der Nachbarschaft haben hierher gefunden. Handzettel mit dem Aufdruck „Deine Stimme gegen die AfD“ werden durch die Reihen gereicht. Und nur darum geht es auch auf dem Podium: Gemeinsam gegen die AfD. Doch bei der Frage nach dem ‚Wie‘ bleiben die beiden Akteure Antworten schuldig.

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Die Linke und der Leipziger Katholikentag – ein Paradox

Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Sachsens Linke wollen einerseits eine strikte Trennung von Staat und Kirche, sich andererseits aber auch auf dem Katholikentag wohlfühlen.
 

Von Gerhard Besier | kath.net

Seit Jahren macht der stärkste Landesverband der Partei „Die Linke“ – der sächsische – entschlossen Front gegen das deutsche Staatskirchen-System. In der vordersten Reihe der klaren Trennungsbefürworter stehen nicht die älteren, noch in der DDR sozialisierten Genossen, sondern die jungen, ehrgeizigen Berufspolitiker – allen voran der Rechtsanwalt und Landtagsabgeordnete André Schollbach. Seit seiner Wahl in den Sächsischen Landtag im Herbst 2014 hat Schollbach systematisch „Kleine Anfragen“ an die Sächsische Staatsregierung gestellt, um die in der Tat massiven staatlichen Zahlungen und weitere Vergünstigungen für die Kirchen offenzulegen.

Seit 1993 580 Millionen Euro an die Kirchen

Seinen Recherchen zufolge haben die evangelische und katholische Kirche im Freistaat Sachsen seit 1993 mindestens 580 Millionen Euro aus der Staatskasse erhalten (evangelische Kirche: 549,3 Millionen Euro; katholische Kirche: 30,7 Millionen Euro). Hierin sind u. a. pauschalisierte Staatsleistungen des Freistaates Sachsen enthalten, die 2015 ein Rekordniveau erreichten. So erhielten im vergangenen Jahr die evangelische Kirche 23.463.736,00 Euro (Jahr 2014: 22.894.987,23 Euro) und die katholische Kirche 938.549,34 Euro (Jahr 2014: 915.799,41 Euro) an pauschalisierten Staatsleistungen aus öffentlichen Kassen. Seit der erstmaligen Zahlung im Jahr 1993 haben sich diese Gelder nahezu verdoppelt. Damals bekamen die evangelische Kirche 25.000.000,00 DM (12.782.297,03 Euro) und die katholische Kirche 1.000.000,00 DM (511.291,88 Euro). Von 1993 bis 2015 zahlte der Freistaat insgesamt 427.582.616,62 Euro an Staatsleistungen an die Kirchen.
100.000 Minuten kostenlose Hörfunksendezeit

Zudem erhielten die Kirchen weitere Zahlungen aus dem Staatssäckel, zum Beispiel für den Religionsunterricht (49,86 Millionen Euro) oder für kirchliche Kulturdenkmale (80,78 Millionen Euro). Weiterhin bekamen die Kirchen erhebliche geldwerte Vergünstigungen, so etwa allein im Zeitraum von 2000 bis 2015 über 100.000 Minuten kostenlose Hörfunksendezeit und über 3.800 Minuten kostenlose Fernsehsendezeit.

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Benjamin Netanjahus letzte Maske ist gefallen

Screengrab Times of Israel
Screengrab Times of Israel
Die Politik des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu irrlichtert. Heute so, morgen so. Mit der Nominierung des Ultranationalisten Avigdor Lieberman ist ihm eine neue Volte gelungen.
 

Von Gil Yaron | DIE WELT

Die Ereignisse der letzten Woche haben endlich ein altes Rätsel gelöst. Seit Jahren fragen sich Beobachter, welches Erbe Premier Benjamin Netanjahu hinterlassen möchte. Ist er ein Groß-Israel-Ideologe, der die Besatzung der palästinensischen Gebiete verewigen will? Oder vielleicht doch das Schaf im Wolfspelz? Jemand, der sich im entscheidenden Augenblick als Führer vom Formate Charles de Gaulles entpuppen wird? Einer, der Israel endgültige, friedliche und gesicherte Grenzen beschert?

Beide Annahmen scheinen begründet. „Bibi“ ist als Hardliner bekannt. Mit verzerrenden Vereinfachungen schürt er Ängste, beschwört konkrete Gefahren herauf. Über Chancen spricht er indes nur vage. Sein Vokabular ist jüdisch-national, grenzte bei den Wahlen vergangenes Jahr an Rassismus, als er davor warnte, die „Linke“ karre Araber in Autobussen zu den Wahlurnen, um ihn zu stürzen.

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Wo droht der nächste Zika-Ausbruch?

Die Stechmücke Aedes aegypti gilt als der Hauptüberträger des Zika-Virus © CDC
Europa ist nicht gefeit: Japanische Forscher haben ermittelt, in welche Länder das Zika-Virus als nächstes eingeschleppt werden könnte. Darunter sind neben Tropengebieten auch Länder in Europa, darunter Portugal, Spanien, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. Ihr Risiko für eine Einschleppung noch vor Jahresende liegt bei immerhin 40 bis 70 Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin „PeerJ“ berichten.

scinexx

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Seit dem Ausbruch der Epidemie in Brasilien im Frühjahr 2015 wurden Fälle in 39 weiteren Ländern bekannt. Das Problem: Das Virus wird durch Stiche von Mücken der Gattung Aedes übertragen – und diese Insekten kommen in fast allen tropischen und subtropischen Regionen der Erde vor. Sogar in Deutschland gibt es inzwischen eine kleine Population der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus.

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„Religionspolitik der Bundesrepublik ist dysfunktional“

Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Historiker Thomas Großbölting attestiert den politischen Entscheidungsträgern Flickschusterei im Umgang mit der gewachsenen weltanschaulichen Vielfalt in Deutschland.

Redaktion | GLÄSERNE WÄNDE

Die Religionspolitik der Bundesrepublik sei „in hohem Maße dysfunktional“, sagte der Wissenschaftler am 24. Mai 2016 in der öffentlichen Ringvorlesung „Religionspolitik heute“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster. Das politische System und die Gesellschaft in Deutschland seien weder darauf vorbereitet, dass immer weniger Menschen religiös seien, noch, dass die Ausdrucksformen und Aushandlungsprozesse in dem schrumpfenden religiösen Segment vielfältiger und extremer würden. Die besondere Stellung der Kirchen benachteilige Angehörige von Gruppen anderer Bekenntnisse. Dies sei auch ein Resultat von Entscheidungen bei der Schaffung des Grundgesetzes.

In seinen Ausführungen zeichnete der Wissenschaftler nach, wie 1949 die Religions- und Kirchenartikel des Grundgesetzes zustande kamen, die das Verhältnis des Staates und der beiden christlichen Kirchen bis heute prägen. Die Übernahme der einschlägigen Passagen der Weimarer Reichsverfassung (WRV) von 1919 in das Grundgesetz beruhte nicht auf einer breit getragenen Entscheidung, sondern diente vor allem der Konfliktvermeidung, wie Thomas Großbölting, Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der WWU Münster, sagte.

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Glaube als Fleischbrühe

Bild: eben da.
Die PARTEI zum Katholikentag in Leipzig. Bild: @Leipziger_Blatt/Twitter
Leipziger Allerlei: Katholikentag wird Atheistentag – Grüne Schals und keine Botschaft

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Kardinal Reinhard Marx, der nicht aussieht, als ob er schon mal einen Flüchtling aus der Nähe gesehen hätte, gibt sich ganz auf Linie mit dem päpstlichen Jahresmotto („Barmherzigkeit“). Beim Open-Air-Abschlussgottesdienst in Leipzig verpasst er simple humanistische Streicheleinheiten. „Wenn jemand an unsere Grenze kommt, dann muss er menschlich behandelt werden.“ Alles klar, eine einfache Botschaft, Widerspruch von vornherein ausgeschlossen. 15.000 Besucher waren nach Schätzungen bei der „Nacht der Lichter“ dabei. So kommt Wellfeeling auf. Ob den Lichtschwenkern aber auch ein Licht aufging?

„Seht, da ist der Mensch“ lautete das Motto des 100. Deutschen Katholikentags, aber siehe da, viele Menschen blieben einfach fern. Hunderte Bänke und Sitzplätze in den Zelten und Foren – leer.

Eine Erklärung: In Leipzig, dem diesjährigen Austragungsort, sind nur 4,3 Prozent der Bevölkerung katholisch, 82 Prozent sind konfessionslos. Da hilft die Prayerbox mit Gebetstext, Kreuz und Weihwasser auch nicht viel. Diejenigen, die da waren, sahen das Event als Zeitvertreib – jedenfalls offenbar die Mehrzahl.

„Glauben? Hmm.“

Die „Badische Zeitung“ liefert ein signifikantes Beispiel: Ein Leipziger in Jeansjacke, so um die 50, nach seinem Glauben befragt, kratzt sich am Kinn, brummelt ins Mikro: „Glauben? Hmm.“ Die gestellte Frage war wohl nicht so einfach, sie lautete, ob und wenn ja, was er persönlich glaube. Nun weiß er es: „Der Glaube ist eine Sache für sich“, sagt er. „Ich glaube, dass ein guter Knochen eine gute Fleischbrühe ergibt.“ Dann grinst er, angetan von seiner eigenen Witzigkeit, und stiefelt weiter.

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Bilderberg-Konferenz: Schäuble, von der Leyen und de Maizière nehmen Einladung an

Diesjähriger Tagungsort ist das Kempinski-Hotel Taschenbergpalais in Dresden. Bild: Heribert Pohl/CC-BY-2.0
Diesjähriger Tagungsort ist das Kempinski-Hotel Taschenbergpalais in Dresden. Bild: Heribert Pohl/CC-BY-2.0

Der Beginn der diesjährigen Bilderberg-Konferenz rückt näher (Bilderberg-Konferenz: Machtelite trifft sich in Dresden): Vom 9. bis zum 12. Juni kommen etwa 150 von den Veranstaltern als wichtig erachtete Personen in Dresden zusammen, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit über zentrale gesellschaftliche und politische Themen zu reden (Bilderberg-Konferenz: Führungsspitze von CDU und SPD eingeladen). Dieses Mal mit dabei: Drei CDU-Minister der Bundesregierung.

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und voraussichtlich Bundesinnenminister Thomas de Maizière sollen die handverlesenen Einladungen des exklusiven Zirkels akzeptiert haben, wie die Sächsische Zeitung (SZ) am Wochenende berichtete. Der Ministerpräsident von Sachsen, Stanislaw Tillich, werde an einem gemeinsamen Abendessen mit „den Bilderbergern“ teilnehmen. Laut SZ haben die beiden SPD Politiker Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier, aber auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Einladung zur Teilnahme an der Konferenz abgesagt.

Derweil laufen die Sicherheitsvorkehrungen für die exklusive Zusammenkunft auf Hochtouren. Wie die SZ berichtet, wurden bisher 20 Protestkundgebungen angekündigt. Das Spektrum reiche von „der rechtsextremistischen NPD bis zum Kunst- und Sozialprojekt Lovestorm People“. Vergangene Woche hatte ein rechtes Bündnis Plakate an prominenten Stellen in Dresden angebracht, auf denen zu lesen war: „Kein Domizil für Bilderberger“.

Ein 30-köpfiger Stab der Polizei den Schutz des Elitezirkels (Bilderberg-Konferenz: „Das ist eine absolut vordemokratische Veranstaltung“). Der Eingangsbereich des Taschenberg Hotels, das die Bilderberg-Gruppe komplett gemietet hat, werde durch einen Sicherheitszaun abgegrenzt. Der Ort der Tagung gelte als „Sicherheitsbereich 1“, der Zutritt sei „für die Allgemeinheit verboten“, heißt es in der SZ unter Berufung auf den Dresdner Polizeidirektor und Einsatzleiter, René Demmler.

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Großbritannien nimmt Scharia-Gerichte unter die Lupe

Alle die gegen die Scharia sind, heben die Hand
Alle die gegen die Scharia sind, heben die Hand
Britische Regierung setzt unabhängiges Gremium ein, das prüft, ob das islamische Religionsrecht in England und Wales zur Diskriminierung von Frauen verwendet worden ist – In Großbritannien gibt es inzwischen ein Netz von Scharia-Gerichten

kath.net

Ein von der britischen Regierung eingesetztes unabhängiges Gremium soll prüfen, ob das islamische Religionsrecht in England und Wales zur Diskriminierung von Frauen verwendet worden ist. Das kündigte Innenministerin Theresa May an, wie britische Medien am Donnerstag berichteten. Einige Scharia-Gerichte hätten offenbar versucht, Zwangsheiraten zu legitimieren, sagte sie. Auch mögliche Nachteile für muslimische Frauen bei Scheidungen würden in den Blick genommen.
In Großbritannien gibt es inzwischen ein Netz von Scharia-Gerichten, die Streitigkeiten zwischen Muslimen klären. Einige sind als Justizorgane anerkannt und können etwa verbindliche Entscheidungen in unternehmensrechtlichen Fragen, Familienzwisten, bei häuslicher Gewalt oder Erbschaftsstreitigkeiten fällen. Andere Religionsgerichte bieten eher Mediation an.

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Christian conservatives want to regulate sex — and deny it to the poor

Unhappy couple in bed — Shutterstock
Sexual intimacy and pleasure are some of humanity’s most cherished experiences. The so-called “best things in life” include natural beauty, fine dining, the arts, thrilling adventures, creative pursuits and community service. But love and orgasms are among the few peak experiences that are equally available to rich and poor, equally sweet to those whose lives are going according to plan and to many whose dreams are in pieces.

By Valerie Tarico | Alternet/RawStory

Religious conservatives think that these treasured dimensions of the human experience should be available to only a privileged few people whose lives fit their model: male-dominated, monogamous, heterosexual pairs who have pledged love and contractual marriage for life. Some true believers—especially those in thrall to the Protestant Quiverfull Movement or the Vatican—would further limit sexual privileges even within hetero state-licensed, church-sanctified marriages to only couples who are open to intimacy producing a pregnancy and a child. Take your pick: it’s either reproductive roulette or no sex—although you might be able to game God by tracking female fertility and then bumping like bunnies during the low-risk times of the month.

Why Christianity Is Obsessed With Sex

To be clear, I’m not saying that Christianity’s sex rules are only a function of patriarchal Christian privilege. During the Iron Age, from whence Christianity’s sex rules got handed down, society was organized around kin groups, and the endlessly warmongering clans of the Ancient Near East were more at risk of extinction than overpopulation. Legally enforced monogamy created lines of inheritance and social obligation, clarifying how neighbors should be treated and who could be enslaved.

Also, hetero sex necessarily carried the risk of pregnancy, which made it adaptive to welcome resultant pregnancies. Children do best in stable, nurturing families and communities, and in the Ancient Near East, “No marriage? No sex!” may have served to protect the well-being of mothers and children as well as the social power of patriarchal men. But in today’s mobile, pluralistic societies with modern contraceptive options and social safety nets, God’s self-appointed sex police have little credible excuse save their own compelling need to bully and boss and stay on top.

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LWB mit Bundespräsident und ökumenischen Partnern in Wittenberg

Himmelskreuz, Luthergarten. Wittenberg. Bild. screengrab Stadtgespräch-Dok.S.26
Himmelskreuz, Luthergarten. Wittenberg. Bild. screengrab Stadtgespräch-Dok.S.26
Ein internationaler Höhepunkt der Reformationsfeierlichkeiten findet im Juni 2016 in Wittenberg statt. Am 14. und 15. Juni lädt das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) die Ratsmitglieder des Lutherischen Weltbundes (LWB) gemeinsam mit ökumenischen Partnern zu einer „Pilgerstation Wittenberg“ ein.

Pressemitteilung EKD

Ehrengast ist Bundespräsident Joachim Gauck. Er wird am 15. Juni an dem Gottesdienst in der Stadtkirche teilnehmen und die über 200 Teilnehmenden der Pilgerstation und Repräsentanten lutherischer Kirchen weltweit begrüßen. Im Anschluss weiht er mit LWB-Präsident Bischof Dr. Munib Younan und LWB-Generalsekretär Dr. h. c. Martin Junge die Skulptur „Himmelskreuz“ im Zentrum des Luthergartens ein.

Die „Pilgerstation Wittenberg“ eröffnet den achttägigen Besuch des LWB in der Lutherstadt. Die Vertreter der LWB-Mitgliedskirchen werden gemeinsam mit ökumenischen Partnern und internationalen wie lokalen Gästen ein Teilstück des Lutherwegs pilgern und über die ökumenische Dimension des Reformationsjubiläums diskutieren. Vertreten sind dabei insbesondere der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) durch seinen Generalsekretär Dr. Olav Fykse Tveit, die römisch-katholische Kirche durch Kurt Kardinal Koch, den Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen durch ihren Generalsekretär Chris Ferguson.

„Wir freuen uns, dass die internationale ökumenische Gemeinschaft auf dem Weg ins Reformationsjahr 2017 Station in Wittenberg macht“, betont OKR Norbert Denecke, der Geschäftsführer des DNK/LWB. „Mit der Pilgerstation und dem internationalen Projekt Luthergarten unterstreicht der Lutherische Weltbund seine ökumenisch aktive Rolle in der Weltchristenheit“, so Denecke. Der Luthergarten, in dem schon über 300 Kirchen aller Konfessionen Bäume gepflanzt haben, sei ein „einzigartiges Symbol der weltweiten Verbundenheit der Kirchen untereinander und mit Wittenberg“.

Die „Pilgerstation Wittenberg“ findet als Beitrag der gastgebenden Kirchen im Vorfeld der LWB-Ratstagung in der Lutherstadt statt. Sie schließt an die ÖRK-Initiative „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ an.

Eine Presseinladung zur Berichterstattung von der Pilgerstation Wittenberg mit detaillieren Zeiten und Akkreditierungshinweisen folgt in Kürze.

Hinweis: Im Anschluss an die Pilgerstation findet vom 16. Juni bis 21. Juni die Ratstagung des LWB im Stadthaus in Wittenberg statt. Sie steht unter dem Thema „Verwurzelt in Gottes Liebe – ausgerichtet auf Gottes Zukunft”. Auf der Tagesordnung stehen das Reformationsjubiläum 2017, das Ökumenische Reformationsgedenken am 31. Oktober 2016 in Lund, die LWB-Vollversammlung 2017 in Namibia sowie die Beratung weiterer Themen der Kirchengemeinschaft. Weitere Informationen unter der u. a. Internetadresse.

Hannover, 30. Mai 2016

Florian Hübner
Im Auftrag der Pressestelle des DNK/LWB

Erdoğan: Verhütung kommt für muslimische Frauen nicht infrage

erdoganEmpfängnisverhütung und Familienplanung kommen nach den Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan für „keine muslimische Familie“ infrage.

dieStandard.at

„Ich sage ganz klar: Unser Nachwuchs wird zunehmen“, sagte Erdoğan bei einer Ansprache in Istanbul. „Sie reden von Empfängnisverhütung und Familienplanung. Keine muslimische Familie kann eine solche Geisteshaltung haben.“

Erdoğan äußerte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach zu diesem Thema. Früher sagte er etwa, türkische Frauen sollten mindestens drei Kinder haben. Für diese an Frauen gerichtete „Ratschläge“ wurde er wiederholt von Feministinnen und OppostionspolitikerInnen kritisiert. Erdoğan, der selbst Vater zweier Töchter und zweier Söhne ist, bezeichnete Empfängnisverhütung als „Verrat“. Er setzt sich auch für ein restriktives Abtreibungsrecht und gegen den Gebrauch der ‚Pille danach‘ ein. Die Türkei verzeichnet ein starkes Bevölkerungswachstum bei derzeit schätzungsweise 79 Millionen EinwohnerInnen.

This 22-Year-Old Found Four New Planets, Including a ‘Warm Neptune’

Image: Martin Dee/University of British Columbia
Image: Martin Dee/University of British Columbia
Michelle Kunimoto grew up watching the original Star Trek, which is how the University of British Columbia undergrad, who is 22, first got interested in distant planets.

By Kate Lunau | MOTHERBOARD

As part of her coursework, she started analyzing data from the Kepler space telescope—and she just discovered four previously unknown exoplanets (planets that orbit stars other than our own sun), including an intriguing “warm Neptune” that, one can imagine, might host a moon that could even support life.

“I was given light curves from Kepler that scientists had already gone through,” Kunimoto, who is originally from Abbotsford, BC, told Motherboard. By looking for evidence of transits in the data—winks in a star’s light that suggest a planet has slipped in front of it—she found signals for planet candidates that had previously been overlooked.

“Two of them are roughly the size of Earth. One is Mercury-sized. And the last one is slightly larger than Neptune,” she said. “The Neptune one is most exciting.”

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