Frankreich: Schleier-Streit wird jetzt in sozialen Netzwerken ausgetragen


Menschen solidarisieren sich mit Kopftuchträgerinnen © Twitter-Seitenbild von TousVoilés
Muslimische Französinnen mit Kopftuch, Schleier oder Tschador spalten die französische Gesellschaft: Die einen werben für Toleranz, andere sehen in der Verschleierung ein Symbol für die Unterdrückung von Frauen im Islam. Jetzt wird der Streit im Internet „ausgetragen“ – im wahrsten Sinne des Wortes.
 

Von Martina Zimmermann | MiGAZIN

Junge Frauen und Männer jeder Hautfarbe posten Fotos von sich mit Schals, Schleiern, Mützen und allen erdenklichen Kopfbedeckungen. Die Aktion findet unter dem Motto: #TousVoiles, alle verschleiert, auf Facebook statt. „Damit man endlich aufhört über den Schleier zu reden“, fügt eine blauäugige Blondine zu ihrem Foto mit hellblauem Schal hinzu. Ein sogenannter „Hijab-Day“ wurde in der vergangenen Woche von einem Studentenkollektiv am Pariser Institut der Politikwissenschaften organisiert, der Eliteuniversität „Sciences Po“. Kurz zuvor sprach sich Premierminister Manuel Valls gegen das Tragen des Schleiers an der Universität aus.

In Frankreich ist das Kopftuch wie jedes andere religiöse Zeichen seit 2004 in Schulen und öffentlichen Behörden verboten. In der Universität gilt für die volljährigen Studentinnen allerdings das „Recht auf Religionsausübung“. Auch die Organisatoren des „Sciences-Po“-Events luden die Studentinnen und Studenten über Facebook ein, an einem „Tag der Sensibilisierung zur Frage des Kopftuchs in Frankreich“ beizutragen und einen Tag lang Kopftuch oder Schleier zu tragen, um die Diskriminierung am eigenen Leib zu spüren.

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1 Comment

  1. Angenommen mancher könnte wie er möchte, dieses Problem wäre wohl schnell gelöst.
    Wenn jetzt jemand zurecht sagt, gut das nicht jeder darf wie er möchte, muss er allerdings auch einkalkulieren, irgendwann das zweifelhafte Vergnügen zu bekommen sich selbst einmal mit den veränderten Lebensumständen in Europa, mehr oder weniger heftig, auseinandersetzen zu müssen.

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