Immanente Religion – transzendente Technologie? Das Beispiel Digitalisierung


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Bibel-Zitate App, Themenbild

Die Vortragsreihe „Religion und Gesellschaft“ wird am 10. Mai 2016 mit einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Sabine Maasen in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften fortgesetzt. Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Unterscheidung von Religion und Technologie am Beispiel der Digitalisierung.

Janina Amendt Pressestelle
Bayerische Akademie der Wissenschaften

Zwischen Religion und Technologie wird meist klar unterschieden. Religion ist das Unsichtbare. Technologie und Wissenschaft sind hingegen das Sichtbare, das Präsente. Demnach kann man Religion über Transzendenz und Technologie über Immanenz definieren. Am Beispiel der Digitalisierung wird Prof. Sabine Maasen versuchen, die herkömmlichen Unterscheidungen von Religion und Wissenschaft in Frage zu stellen.

Für die Immanenz von Religion ist zum Beispiel an religiöse Apps zu denken. Die App „Jesus Christ Whisperer“ stellt täglich Briefe von Jesus zu. Religion wird dadurch präsent und nah. Für die Transzendenz von Technologie wird z. B. auf die wachsende Bedeutung von Algorithmen verwiesen, die, wie es scheint, die Stelle Gottes als unbeobachteter Beobachter einzunehmen beginnen.

Prof. Dr. Sabine Maasen hat seit Ende 2013 den Friedrich Schiedel-Stiftungslehrstuhl für Wissenschaftssoziologie an der Technischen Universität München inne. Sie ist Direktorin des Munich Center for Technology in Society und steht dem Senat der Hochschule für Politik vor. Zuvor war sie Professorin für Wissenschaftsforschung/Wissenschaftssoziologie an der Universität Basel. Ihr Forschungsinteresse richtet sich auf Fragen, die das Leben in technisierten Gesellschaften betreffen.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, gegründet 1759, ist die größte und eine der ältesten Akade-mien in Deutschland. Ihren Aufgaben als Gelehrtengesellschaft, außeruniversitäre Forschungseinrichtung und Ort des lebendigen wissenschaftlichen Dialogs mit Gesellschaft und Politik ist sie seit mehr als 250 Jahren verpflichtet. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf langfristigen Vorhaben, die die Basis für weiterführende Forschungen liefern und das kulturelle Erbe sichern. Die Akademie ist ferner Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, eines der größten Supercomputing-Zentren Deutschlands, und des Walther-Meißner-Instituts für Tieftemperaturforschung. Den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern fördert sie in ihrem Jungen Kolleg.

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