Umstrittene Missionierung: Der Kampf um die Flüchtlingsseelen


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Die Amtskirchen sind beim Thema Missionierung von Flüchtlingen skeptisch. Mitarbeitern kirchlicher Hilfsorganisationen ist die Verbreitung religiöser Botschaften oft ausdrücklich untersagt. Evangelikale Freikirchen sind weniger zurückhaltend.

Von Johannes Reichart, Christina Hertel | BR24

Freitagnachmittag, Wilhelm-Löhe-Kirche Fürth. Hier findet regelmäßig Teestunde für Flüchtlinge statt. Danach lädt Pfarrer Walter Drescher sie zur Andacht ein. Obwohl die meisten der Flüchtlinge muslimisch sind, nehmen viele daran teil. Manche überlegen sogar zum Christentum zu konvertieren. Das Angebot sei freiwillig, sagt der Pfarrer, niemand werde gezwungen. Doch zu der Teestunde kommen auch evangelikale Missionare. Sie verteilen Bibeln und Broschüren über das Christentum auf Farsi und Arabisch.

Einer von ihnen ist Jürgen Grau, er arbeitet für den Arbeitskreis Migration und Integration der Evangelischen Allianz, dem Dachverband der Freikirchen. In Gesprächen mit den Flüchtlingen betont er vor allem die Vorzüge des Christentums gegenüber dem Islam.

„In der Bibel muss man immer ehrlich sein, auch wenn es zum eigenen Nachteil geht. Im Koran ist das oft anders, dass man einfach ja, andere Religionen, auch Christen belügen kann. Und das sorgt selbst unter den eigenen Landsleuten für großes Misstrauen.“

Jürgen Grau vom Arbeitskreis Migration und Integration

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