Lehmann glaubt nicht an schnelle Reform der katholischen Kirche


Kardinal Lehmann (Bild: Wikimedia Commons/Kandschwar)
Kardinal Lehmann (Bild: Wikimedia Commons/Kandschwar)
Der scheidende Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat Hoffnungen auf zeitnahe große Reformen in der katholischen Kirche gedämpft.

evangelisch.de

Die Kirche bewege sich, allerdings nur langsam und in kleinen Schritten, sagte Lehmann am Mittwoch in Mainz bei der vermutlich letzten Pressekonferenz vor seinem Wechsel in den Ruhestand. Auch Papst Franziskus könne die Kirche nicht schnell verändern. „Die Starrköpfe sitzen an verschiedenen Stellen, und man kann nur hoffen, dass der Papst lange lebt und gesund bleibt“, sagte der 79 Jahre alte Lehmann. Um zukunftsfähig zu bleiben, sollte die Kirche insbesondere die Öffnung des Priesteramtes für verheiratete Männer „intensiv prüfen“.

„XXL-Gemeinden keine Lösung“

Alle anderen Möglichkeiten zum Umgang mit dem Priestermangel wie immer größere Gemeindeverbünde seien letztlich nicht befriedigend. „Ich bin überzeugt, dass diese XXL-Gemeinden keine Lösung darstellen“, sagte Lehmann. Auch ein immer größerer Anteil ausländischer katholischer Priester aus Ländern wie Polen oder Indien werde allein nicht ausreichen, um die Seelsorge vor Ort für die Zukunft sicherzustellen. Er selbst habe aber in seiner langen Amtszeit selbst erfahren, wie schwer es sei, die Priesterweihe für im kirchlichen Leben „bewährte Männer“ („viri probati“) zu öffnen. Er habe sich abgewöhnt, auf eine Entscheidung noch zu Lebzeiten zu hoffen.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.