Die G36-Bande – Wie deutsche Sturmgewehre in Mexiko landeten


Das Sturmgewehr G36 ist einer der Verkaufsschlager von Heckler & Koch © Patrick Seeger/DPA
Deutsche G36-Gewehre landeten in Mexiko – illegal, vermutet die Staatsanwaltschaft. Dem stern liegt die Anklageschrift vor. Die Vorwürfe sind drastisch.

Von Johannes Röhrig, Helmut Reister | stern.de

Es gab Zeiten, da ließ sich über den Juristen Peter Beyerle aus Rottweil am Neckar nur Gutes berichten. Der örtliche Amateurfußball verdankt ihm den Förderverein „FV 08 Sportstätten“, im Rotary Club der Stadt gelangte er bis an die Spitze; und als er 2005 als Präsident des Landgerichts in den Ruhestand verabschiedet wurde, lobte ihn der damalige baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) als „,engagierten und menschlich immer gradlinigen Richter“ mit „hervorragendem Judiz“.

Irgendwann muss den erfahrenen Juristen Beyerle das Urteilsvermögen verlassen haben. Heute steht der 75-Jährige selbst im Fokus der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihm sowie fünf weiteren Personen aus dem früheren Management des Waffenherstellers Heckler & Koch illegale Exporte vor – somit Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und weitere Ausfuhrverbote. Das ergibt sich aus der 39-seitigen Anklageschrift vom 13. Oktober 2015, die der stern nun einsehen konnte.

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