Jüdische Witze: Genervt von der Übermutter


Als der jüdische Kabarettist Oliver Polak mit 23 Jahren zum ersten Mal allein mit seiner Freundin in Urlaub fahren wollte, ließ ihn seine „Mame“ nicht. (picture-alliance / dpa / Horst Galuschka)
Die Heldin jüdischer Witze ist die „Mame“, die jüdische Mutter. Sie tut alles für ihre Kinder, vor allem für die Söhne. Die sollen dafür aber, bitte, erfolgreich Karriere machen – und ihre Mame genauso innig zurücklieben.

Von Gerald Beyrodt | Deutschlandradio Kultur

„Nach ernsthaften Gesprächen ruft der Familientherapeut die Mutter des jungen Mannes an und bestellt sie in die Praxis, Frau Cohn, ich muss ihnen leider mitteilen, Ihr Sohn hat einen Ödipus-Komplex.  – „Ah, Ödipus, Schnödipus, Hauptsache er hat lieb die Mama.“

Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler und Autor zahlreicher Bücher zum Thema Judentum. Die jüdische Mutter, die Mame, ist eine Lieblingsgestalt des jüdischen Witzes, und gerne taucht sie in Verbindung mit einer anderen jüdischen Erfindung auf: der Psychoanalyse. Elisabeth Jupiter, Wiener Psychotherapeutin und Herausgeberin des Buches „Mach Witze“.

„Drei ältere Damen streiten sich, wer den besten Sohn hat. Sagt sie: ‚Ich hab den besten Sohn. Der ist ein fantastischer Zahnarzt, arbeitet wie verrückt, aber jeden Schabbes ist er bei mir.‘ Sagt die zweite: ‚Ist noch gar nichts. Mein Sohn ist Geschäftsmann, wahnsinnig viel zu tun, verdient, was er will, aber einmal die Woche geht er mit mir einkaufen.‘ Sagt die dritte: ‚Ist noch gar nichts. Meiner ist Anwalt auf der Fifth Avenue, verdient, was er will, kann sich den besten Analytiker leisten, zahlt vier mal in der Woche vierhundert Dollar und spricht dort nur über mich.'“

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