So evangelisch sind die AfD-Wähler


Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Was weiß man über die Sympathisanten der AfD und welche Rolle spielt die Religionszugehörigkeit? Hilke Rebenstorf vom Sozialwissenschaftlichen Institut gibt im Interview Einblick in das Handwerk der Meinungsforschung.

Von Markus Bechthold | evangelisch.de

Wer wählt in evangelischen Kreisen die AfD oder sympathisiert mit ihr?

Hilke Rebenstorf: Die AfD ist ein noch sehr junges Phänomen. In vielen allgemeinen Bevölkerungsumfragen ist die Frage nach der AfD-Wahl noch gar nicht gestellt worden. Trotzdem hat sich die Partei in dieser kurzen Zeit ihres Bestehens bereits stark gewandelt. Wer 2013 sein Kreuz auf dem Wahlzettel bei der AfD gemacht hatte, wählt sie möglicherweise heute nicht mehr. Damals prägte Bernd Lucke die Partei, heute sind Alexander Gauland, Frauke Petry und Beatrix von Storch die führenden Köpfe. Mittlerweile gibt es ein paar Wahlanalysen, die Auskunft über die Wähler geben. So hat die Forschungsgruppe Wahlen zum Beispiel anlässlich der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 13. März 2016 Wähler nach ihrer Konfessionszugehörigkeit und Kirchganghäufigkeit gefragt. Konkret wurden vor der Wahl vom 7. bis zum 11. März 1.037 und am Wahltag 18.000 ausgewählte Wahlberechtigte in 160 Wahlbezirken nach Alter, Schulbildung, beruflicher Stellung und Konfessionszugehörigkeit befragt. Die AfD wird überwiegend von jungen und kaum von älteren Männern gewählt. Frauen, die die AfD wählen, sind hingegen meist mittleren Alters. Dass eine neue Partei eher von jüngeren Männern gewählt wird ist typisch. Eine Ausnahme von dieser Regel bildeten die Grünen. Die Grünen wurden von Anfang an auch von Frauen gewählt. Das lag an ihren speziellen Schwerpunkten. Aus der Wahlforschung weiß man, dass ältere Menschen aufgrund ihrer jahrzehntelangen gewohnten Parteibindung sich nur schwer auf eine neue Partei einlassen. Schon allein, weil sie nicht mehr so experimentierfreudig sind.

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