Tierversuche werden bei TTIP zum Streitpunkt


Es ist unklar, ob sich die in Tierversuchen gewonnenen Erkenntnisse auf Menschen übertragen lassen. Für diese Labormaus gibt es wohl kein Entkommen. (Foto: mauritius images)
Bei den TTIP-Verhandlungen wird auch darüber gesprochen, ob Kosmetika an Tieren getestet werden müssen. Europa sagt nein – die USA sehen das ganz anders.

Von Alexander Hagelüken, Silvia Liebrich | Süddeutsche.de

Die Zahl der Versuchstiere in deutschen Laboren liegt seit Jahren bei etwa 2,8 Millionen. Um die Verträglichkeit von Wimperntusche, Hautcremes oder Lippenstift zu testen, dürfen sie allerdings schon lange nicht mehr eingesetzt werden. 2004 setzten Tierschützer dies nach langem Kampf durch, die Europäische Union sprach ein Versuchsverbot für Kosmetika aus. Seit 2009 dürfen auch keine Inhaltsstoffe für diese Produkte mehr zugelassen werden, die an Tieren getestet wurden.

Ausgerechnet diese grausamen Testverfahren sind nun offenbar ein Streitpunkt bei den laufenden TTIP-Gesprächen. Während die USA an Tierversuchen für Kosmetika festhalten, lehnen die Europäer dies ab. Das geht aus den bisher geheimen Verhandlungsdokumenten hervor und schreckt Tierschützer auf. Irmela Ruhdel vom Deutschen Tierschutzbund hat lange für ein Verbot gekämpft. „Natürlich hoffen wir, dass die in der EU hart erkämpften Tierschutzstandards auch zukünftig beibehalten werden.“ Sie befürchtet jedoch in den Verhandlungen Abstriche.

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