Das Mikrobiom der Erde


Das Mikrobiom der Erde ist deutlich vielfältiger als bisher gedacht. Durch diese Diversität spielen Bakterien, Pilze & Co. bei sehr vielen Prozessen auf der Erde eine wesentliche Rolle.

Von Martin Kugler | Die Presse.com

Praktisch die ganze Welt ist dicht besiedelt mit Mikroorganismen. Selbst in so lebensfeindlich scheinenden Regionen wie der Antarktis, der Atacamawüste oder in fossilem Grundwasser in mehreren Kilometern Tiefe sprießen Archaeen, Bakterien, Cyanobakterien, Pilze usw. Wie viele Arten das Mikrobiom der Erde umfasst, weiß niemand (die Zahl hängt auch davon ab, wie man eine Art definiert). Sicher ist jedenfalls, dass man die Vielfalt bisher deutlich unterschätzt hat. Mikroorganismen verfügen über immens viele Mechanismen, wie sie in verschiedenen Biotopen überleben können – man kennt bei Weitem nicht alle, auch deshalb, weil nur ein Bruchteil der Arten im Labor kultiviert werden kann. Durch genetische Untersuchungen werden laufend neue Arten entdeckt, vor allem im Boden. Aktuell finden sich in den Listen der Ökologen mehr als fünfeinhalb Millionen Arten, Forscher der Indiana University veröffentlichten diese Woche eine Hochrechnung, laut der es mehr als 100 Milliarden Mikroorganismenarten geben könnte (PNAS, 2. 5.).

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