Einflüsse einer multikulturellen Gesellschaft am Lebensende


Mulit-Kulit ist tod © infomatique auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Muslime und Juden wollen ihre Toten schnell bestatten, Buddhisten wünschen sich kleine Häuschen auf ihren Gräbern, und Afrikaner würden auf dem Friedhof gerne tanzen: Mit den Einwanderern verändern sich deutsche Friedhöfe und gesetzliche Regeln.
Von Dieter Sell | MiGAZIN

Es war ihr innigster Wunsch: Nach ihrem Tod in Deutschland wollte die katholische Afrikanerin Augustine Lubondo va Kintimba wenigstens eine Bestattung nach heimatlichem Brauch. Also trugen die Hinterbliebenen auf dem Friedhof bunte Kleidung. Sie tanzten, trommelten und sangen freudige Lieder. Denn die Tote war für sie nun von Schmerzen erlöst und in einer besseren Welt. Aus Freude wurde der Sarg mit einem lauten „Yeah“ in die Höhe geworfen und wieder aufgefangen. Die deutschen Friedhofsmitarbeiter staunten nicht schlecht über das, was sie da zu sehen bekamen.

Die Vielfalt am Ende des Lebens nimmt zu. Das zeigt nicht nur das Geschehen auf dem Friedhof in Aachen, sondern auch die siebte Auflage der Bremer Kongressmesse „Leben und Tod“ Ende April mit 121 Ausstellern und vielen Vorträgen. Sie wendete sich insbesondere der Sterbe- und Trauerbegleitung in unterschiedlichen Kulturen zu. Bei der Geschichte von der Frau aus Ghana allerdings, die der Religionswissenschaftler, Sterbebegleiter und Lach-Yoga-Trainer Harald-Alexander Korp erzählt, wird schnell deutlich, dass da manches noch nicht zusammenpasst.

weiterlesen