Open Doors Studie: Offene Türen, offene Fragen


Syrische Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in einer deutschen Erstaufnahmestelle ( picture alliance / dpa / Swen Pförtner)
Das Hilfswerk Open Doors meldet Dramatisches: Einer neuen Befragung zufolge werden Christen in Flüchtlingsunterkünften systematisch von Muslimen drangsaliert. Die Kirchen relativieren diese Zahlen, machen aber selbst keine verlässlicheren Angaben.

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

Die Zahlen klingen dramatisch. Laut einer Studie der evangelikalen Hilfsorganisation „Open Doors“ ist die große Mehrheit der aus Syrien, Irak, Iran oder Afghanistan geflohenen Christen in deutschen Flüchtlingsheimen Gewalt und Drohungen ausgesetzt. Gerade Konvertiten, die erst hier zum Christentum übergetreten sind, seien bedroht. Vor allem das mehrheitlich muslimisch geprägte Sicherheitspersonal und muslimische Mitbewohner sollen dafür verantwortlich sein. Diskriminierung, Körperverletzung, sexuelle Übergriffe, Todesdrohungen. Bis zu 40.000 Nicht-Muslime würden aktuell in deutschen Flüchtlingsheimen drangsaliert, schätzt Open Doors.

Dass es solche Repressalien und Übergriffe gibt, ist längst bekannt. Auch auf diesem Sendeplatz wurde schon vor Monaten über die traumatischen Erlebnisse christlicher Flüchtlinge berichtet. Unklar ist jedoch das Ausmaß. Open Doors gibt alljährlich den so genannten Weltverfolgungsindex heraus. Regelmäßig erklärt die Organisation mit Sitz in Kelkheim bei Frankfurt Christen zur meistverfolgten Glaubensgruppe. 100 Millionen Verfolgte sollen es derzeit weltweit sein. Kritiker etwa aus den beiden großen Kirchen zweifeln an dieser Größenordnung. Denn von handfesten Morddrohungen über Benachteiligungen bei der Berufswahl bis zu Beleidigungen auf der Straße wird alles gleichermaßen zu einer beeindruckenden Zahl addiert.

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