Klimaforscher Latif: „Den Herrschenden geht es nur um ihren Vorteil“


Die großen Konzerne fühlen sich für das Gemeinwohl nicht mehr verantwortlich, beklagt Klimaforscher Mojib Latif. Foto: Picture Alliance/Sven Simon
Der renommierte Klimaforscher Mojib Latif gehört zu den angesehensten Experten des derzeit in Wien laufenden Kapitalismustribunals. Mit dem Greenpeace Magazin sprach er über die Macht der Wenigen, die sich auf Kosten der Natur bereichern – und die Unfähigkeit der Politik, Regeln zu setzen.

Kristian Lüders | greenpeace magazine

Warum unterstützen Sie das Kapitalismustribunal?

Weil es Kunst ist. Und die muss provozieren und innovativ sein. Ich denke es ist gut, den Kapitalismus zu hinterfragen. Das Tribunal deckt die Schwächen und Stärken des Wirtschaftsystems auf.

Eine zentrale Frage des Kapitalismustribunals lautet:  Was darf in einer Ökonomie der Zukunft nicht mehr geschehen?  Wie lautet Ihre Antwort?

Bei uns steht schon im Grundgesetz: Eigentum verpflichtet. Der Leitgedanke einer Wirtschaftsordnung sollte sein, dass man tatsächlich Verantwortung übernimmt für seine Mitmenschen. Eigentlich ganz einfach. Nur leider ist es im Moment im Kapitalismus so, dass viele dieses Gemeinwohl überhaupt nicht mehr im Blick haben. Nehmen Sie große internationale Konzerne wie Starbuck’s, die zusehen, dass sie keine Steuern zahlen. Die fühlen sich für das Gemeinwohl einfach nicht mehr verantwortlich. Und das ist der Kern des Problems, um den es gehen muss!

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