Zeugen Jehovas veröffentlichen Kinderfilm: „Schwule kommen nicht ins Paradies“


Dass Zeugen Jehovas Homosexualität verurteilen, ist hinlänglich bekannt. Doch jetzt wollen sie ihre Abscheu auch auf üble Art dem Nachwuchs einimpfen. Vergangene Woche veröffentlichten sie einen Lehr-Cartoon, der sich speziell an Kinder richtet. Die Aussage: Homosexualität ist wie eine Krankheit, sie lässt sich bekämpfen.

Von Katharina Hölter, Franz Krekeler | bento

Was in dem Video passiert

Das Video stammt von den amerikanischen Zeugen Jehovas mit Sitz in New York. Erst beginnt es ganz harmlos. Ein Mädchen kommt von der Schule nach Hause und berichtet der Mutter von ihrem Schultag.

Die Schüler hätten Bilder von ihrer Familie zeichnen sollen. Eine Mitschülerin habe daraufhin ihre zwei Mütter gemalt. „Unserer Lehrer hat gesagt, das Wichtigste ist, dass sie glücklich sind und sich lieben“, sagt das Mädchen.

Doch ihre Mutter wendet ein, dass Menschen da unterschiedlicher Meinung seien – erst Recht die Zeugen Jehovas. Als Beispiel bringt sie einen absurden Vergleich.

„Das ist ein bisschen wie am Flughafen“, sagt die Mutter. „Was passiert, wenn jemand etwas mitnehmen will, was nicht erlaubt ist?“ „Der kommt nicht ins Flugzeug“, antwortet das Mädchen. Ihre Mutter erklärt: „Richtig, Jehova möchte, dass wir seine Freunde sind und ins Paradies kommen.“

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4 Comments

  1. Wenn man sich das Video anschaut, kann man da beim besten Willen keine Hetze erkennen. Es wird weder gesagt, dass Homosexuelle krank sind oder ob etwas gegen ihre Gefühle getan werden sollte. Andere Leute beeinflussen ihre Kinder dahingehend, dass es egal ist, welche sexuelle Orientierung man wählt, hauptsache man ist glücklich; wir erziehen unsere Kinder dahingehend, dass die Konstellation Mann-Frau von Gott vorgesehen, also natürlich ist. Dazu haben wir, wie die anderen (ich nenne sie jetzt mal Pro-Homo) ein Recht. Und nur weil zur Zeit alles Pro Homo ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass 1. es das Beste für die Betreffenden ist und 2. dass man mit allen anderen auf diesen Zug draufspringen muss. Auch ein Zeuge Jehovas hat ein Recht auf seine persönliche Meinung. Allerdings glauben wir daran, dass die Richtlinien der Bibel uns zeigen, auf welche Weise wir und und unsere Nachkommen am glücklichsten leben. Wir Jehovas Zeugen tolerieren die Lebensentwürfe unserer Mitmenschen, ob sie nun schwul oder lesbisch sind. Kein Zeuge Jehovas würde jemals einen schwulen oder lesbischen Mitmenschen diskriminieren oder sich sogar eine Meinung darüber erlauben, ob dieser das Leben oder den Tod verdient hätte. Das ist als ob man sich über Gott stellen würde. Wir versuchen, nach dem zu leben, was er uns durch die Bibel hat mitteilen lassen, und es steht recht deutlich darin, was er zu dem Thema meint. Das lässt sich eben nicht weg erklären. Trotzdem würde ich mal hier recht dreist in den Raum werfen, dass jeder Zeuge Jehovas eher sterben würde, als sich zwingen zu lassen, seinem homosexuellen Mitmenschen etwas anzutun. Denkt mal darüber nach.

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