Die Wellen der Neutronensterne


Bilder aus einem Film, der die Annäherung und Verschmelzung zweier Neutronensterne illustriert. Quelle: FOTOS: NASA
Seit Februar weiß die Welt, dass es die von Albert Einstein postulierten Gravitationswellen wirklich gibt. Aber neue Gravitationswellen wurden bislang nicht nachgewiesen. Forscher wie die in Golm arbeitende Tanja Hinderer arbeiten an Modellen von Gravitationswellen, die von sich umkreisenden Neutronensternen erzeugt werden.

Von Rüdiger Braun | Märkische Allgemeine

Lange nichts mehr gehört von neuen Gravitationswellen. Seit der sensationellen Verkündigung eines direkten Nachweises der von Albert Einstein postulierten winzigen Krümmungen im Raum-Zeit-Gefüge am 11. Februar dieses Jahres, ist es still geworden um die beiden Ligo-Detektoren in den Vereinigten Staaten. Kein Wunder: Die Messinstrumente sind seit Mitte Januar dieses Jahres abgeschaltet und werden für eine neue Messkampagne vorbereitet, indem man sie noch sensibler macht. Immerhin: Die bis dahin aufgefangenen Daten werden noch ausgewertet und zur Zeit diskutieren die Wissenschaftler darüber, ob sich unter den vielen Signalen nicht zumindest ein weiteres echtes Gravitationswellensignal verbirgt.

Wissenschaftler wie die Physikerin Tanja Hinderer, eigentlich Forscherin an der Universität von Maryland, seit längerer Zeit aber schon als Gast am Golmer Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik tätig, nutzen die detektorfreie Zeit, um die Beobachter mit neuen Modellen auszurüsten. So könnte eine künftige Generation von Detektoren noch viel mehr Entdeckungen machen. Mehrere Teams am Institut, zu denen auch Hinderer gehört, entwickeln derzeit ein genaues Modell für den Nachweis und die Analyse von Gravitationswellen, die einander umkreisende und schließlich verschmelzende Neutronensterne erzeugen würden.

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