Horizontaler Gentransfer bei Stabschrecken


Kaum zu erkennen ist diese zweigähnliche malaysische Stabschrecke (Phobaeticus serratipes). © Christoph Seiler
Überraschende Übernahme: Im Erbgut von Stabschrecken haben Forscher die Bauanleitung für ein Enzym entdeckt, das normalerweise nur Bakterien besitzen. Sie vermuten daher, dass das Insekt diese Gene einst von seinen Darmbakterien übernommen und ins eigene Genom eingebaut haben muss. Ein solcher horizontaler Gentransfer galt bisher im Tierreich als extrem selten – könnte aber in der Evolution eine größere Rolle gespielt haben als bisher angenommen.

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Viele Pflanzenfresser – von der Kuh bis zur Termite – sind für die Verdauung harten Pflanzenmaterials auf die Mithilfe von Bakterien angewiesen. Denn die Mikroben verfügen über Enzyme, die das schwer abbaubare Pflanzenmaterial zersetzen können, beispielsweise Pektinasen, die die stabilen Zucker in den Zellwänden der Pflanzen zerlegen. „Um derartige Symbionten beherbergen zu können, haben Pflanzenfresser in der Regel Blindsäcke und ähnliche Erweiterungen im Magen-Darm-Trakt entwickelt“, erklärt Sven Bradler von der Universität Göttingen.

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