Nahda-Partei in Tunesien: Die neuen Islamdemokraten


In einer neuen Umfrage sprechen sich mehr als 70 Prozent der Tunesier für die Trennung von Religion und Politik aus. (Bild:Zoubeir Souissi / Reuters)
Können Islamisten Religion und Politik trennen? Die moderat islamistische Nahda-Partei will es versuchen. Und hofft so zu einer modernen Volkspartei zu werden. Doch der Plan birgt eine Gefahr.
 

Von Annette Steinich | Neue Zürcher Zeitung

Auf ihrem zehnten Parteitag hat sich die tunesisch-islamistische Nahda entschieden, ihre religiöse und zivilgesellschaftliche Arbeit von der Politik zu trennen. Damit will sich die Nahda nach christlichdemokratischem Vorbild weiter in Richtung moderne, demokratische Volkspartei entwickeln.

Der für fünf Jahre wiedergewählte Parteivorsitzende Rachid al-Ghannouchi erklärte vor den mehr als tausend Delegierten: «Wir wollen die Religion aus den politischen Kämpfen heraushalten.» Nahda habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Der 74-Jährige beschwor den tunesischen Nationalstolz und mahnte zu nationaler Einheit: «Der tunesische Staat ist unser Schiff, in dem alle tunesischen Männer und Frauen sitzen, ohne Ausnahme oder Ausgrenzung.»

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