Motivation und Selbstprogrammierung


Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
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Im Magazin der letzten „Zeit“ erschien ein Artikel mit dem Titel „Die Kraft der Gedanken, wie man sich glücklicher und gesünder denkt“ von Ilka Piepgras. Im Kern befasst sich der Artikel mit einer Theorie zur Willensbildung und Motivation. Es gilt in der Psychologie als unstrittig, dass wir durch unser Unterbewusstsein mehr oder weniger Stark beeinflusst werden. Man kann sich fragen, wie weit das überhaupt mit der Konzeption eines akausalen Willens vereinbar ist: Das ist aber nicht unser Problem!

Föderation des Determinismus

I. Interessant ist aber, wie man sich dies zu Nutze machen kann: In dem Artikel werden verschiedene Studien aufgeführt, nach der bereits geringfügige suggestive Einwirkungen einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Menschen hatten. So sollen sich angeblich Probanden nach dem Lösen eines Kreuzworträtsels mit altersassoziierten Begriffen wie „schwerhörig“, „grau“ und „Hautfalten“ nach Lösen des Rätsels langsamer bewegt haben, als die Vergleichsgruppe mit einem normalen Kreuzworträtsel. Auch sollen Senioren, die man in ein Umfeld von 20 Jahren zuvor versetzte und unter entsprechende Anforderungen stellte – nicht altersgerechte Anforderungen – in kurzer Zeit beweglicher geworden sein, mit besseren Werten der Seh- und Hörfähigkeit sowie mit einem besseren Abschneiden bei Intelligenztests.
Man mag das Ausmaß solcher Suggestionen in Frage stellen, für uns selbst können wir daraus lernen: Wir können etwas Bestimmtes nur schaffen, wenn wir es uns zumuten. Und: Der Mensch passt sich an die Anforderungen an. Wer sich nicht mehr bewegt, dessen Muskeln schwinden und ähnlich ist dies möglicherweise auch mit geistiger Leistungsfähigkeit.
Tests an Studenten haben gezeigt, dass ihr Abschneiden bei Intelligenztests nach einem mehrwöchigen Strandurlaub ohne geistige Anforderungen deutlich abnimmt.

Selbst wenn wir meinen, dass man Wünsche, Ziele und Problemlösungen nur mit purer Willensanstrengung erreichen kann (dagegen will ich überhaupt gar nicht argumentieren) und auch wenn man andererseits vielleicht alle kausalen Abläufe für zwingend hält, so gehört es doch auch zum Kausalverlauf, derartige suggestive Wirkung zu erkennen: Wer diesen Zusammenhang erkennt, kann ihn auch nutzen, indem man das eigene Umfeld und die Anforderungen an die eigene Person so anpasst, dass die Wirkung auf sich selbst zu den Wünschen hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten entspricht, die man zur Erreichung der eigenen Ziele benötigt.

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