Die katholische Kirche soll endlich missionieren – ja, in Moscheen


In der Integrationsdebatte sind die Bischöfe viel zu leise. Damit verpassen sie eine Chance. Denn es sollte klar sein: Mehr Christentum führt nicht zu mehr Abgrenzung, sondern zu weniger.

Von Lucas Wiegelmann | DIE WELT

Jesus mag seine Jünger ja immer wieder verwirrt haben mit seinen mehrdeutigen Sinnsprüchen, aber wenn es um das Thema Mission ging, hat er sich eigentlich ziemlich klar ausgedrückt. „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern“, heißt es am Ende des Matthäusevangeliums, eine Formulierung, die als „Missionsbefehl“ bekannt ist.

Man könnte meinen, diese Maxime müsste in einer Zeit, in der so viele muslimische Einwanderer nach Deutschland kommen, in der Kirche eine besondere Aktualität haben. Doch in der immer bizarrer werdenden Diskussion, wie viel Islam für Deutschland denn noch gerade eben verträglich sei (neue Moscheen erlauben oder nicht; wenn ja, mit oder ohne Minarett? Islamunterricht, okay, aber von welchem Verband organisiert? Wie steht es um den Zusammenhalt unseres offensives Mittelfeldes, seit Mesut Özil in Mekka war?) scheint ausgerechnet die größte religiöse Institution des Landes merkwürdig leise zu sein: die katholische Kirche.

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