Die Kirche ist zu einer abwählbaren Sekundärinstitution geworden


ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus
ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus
Die Kirche ist in Deutschland zu einer abwählbaren Sekundärinstitution geworden. Diese Ansicht vertrat der Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral, Hubertus Schönemann (Erfurt), am 26. Mai beim 100. Deutschen Katholikentag in Leipzig.

kath.net

Die Veranstaltung stand unter dem Thema „Leben ohne Gott? Säkularisierung: Herausforderung für die Kirchen in Europa“. Nach Schönemanns Worten sind allein aus der katholischen Kirche im vergangenen Jahr 218.000 Deutsche ausgetreten. Im Osten Deutschlands sei die Konfessionslosigkeit zwischen 1950 und 2010 von 7,5 auf 75 Prozent angewachsen. Längst sei es in den neuen Bundesländern „normal“, nicht in einer Kirche zu sein: „Die Begründungspflicht liegt beim Glaubenden.“ In den westlichen Bundesländern seien die Bürger nicht unbedingt religiöser. Die Kirche sei dort aber nach wie vor ein wichtiger Kulturfaktor: „Man bringt die eigenen Kinder nicht aus Glaubensgründen zur Taufe, sondern weil es dazu gehört.“ Parallel zu dieser zunehmenden Säkularisierung gewinne die öffentliche Rolle von Religion jedoch an Bedeutung. Das zeige sich etwa an Trauerfeiern nach Katastrophen oder Anschlägen. Schönemann: „Hier werden die Kirchen wichtiger.“ Zugleich wüchsen religiöse Gruppierungen jenseits der beiden großen Kirchen, etwa Freikirchen, die orthodoxe Kirche oder der Islam.

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