Homöopathie, ein Kongress und eine endlose Debatte


Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild: brightsblog

Noch bis zum Samstag tagen beim „Deutschen Homöopathie-Kongress“ in Bremen Verfechter der „alternativmedizinischen“ Heilslehre. Bereits im Vorfeld hatte der Kongress Aufsehen erregt, weil die Bremer Wissenschafts- und Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) als Schirmherrin aufgetreten war.

Von Holger von Rybinski | GWUP

Diese hatte zwar klargestellt, dass sie sich nicht mit allen Inhalten des Kongresses identifiziere, die Übernahme der Schirmherrschaft habe jedoch auch in anderen Bundesländern Tradition. Ihre Schirmherrschaft hatte die Kritik zahlreicher Wissenschaftler und Verbraucherschützer zur Folge. Viele regionale und überregionale Medien schlugen erstaunlich kritische Töne an. So schrieb die „Augsburger Allgemeine“ unter der Überschrift „Streit um Homöopathie: Placebo und Proftgier“ von der Furcht vieler Mediziner um ihre Patienten, da bei einem Vortrag auf dem Kongress angeblich behauptet wurde, man könne mit Homöopathie sogar Tumore heilen. Wenn Patienten auf die „alternative“ Methode statt auf herkömmliche Therapien vertrauten, könne sich ein Tumor verschlimmern.  Aber auch Kreise, die man eher in der Nähe der Hahnemann-Jünger vermuten würde, äußerten sich äußert kritisch. „Heilpraxisnet“, das „Fachportal für Naturheilkunde & Naturheilverfahren“ titelte gar: „Homöopathie-Kongress: Senatorin für Wissenschaft und die Wunderheiler“ . Der Autor Dr. Utz Anhalt machte auch klar, was die magisch-esoterische Homöopathie von einem Naturheilverfahren unterscheidet: „Auch die Pflanzenheilkunde als Teil der evidenzbasierten Medizin ist fernab der homöopathischen Behandlung. Heilkräuter enthalten starke Wirkstoffe – im Gegensatz zu den wirkungslosen Zuckerkugeln.“ Und er erörterte, was an der Homöopathie wirken kann: „Die Betroffenen, oft psychisch im Mitleidenschaft gezogene Menschen, die sich allein gelassen fühlen, sehen, dass ein Fachmann ihnen zuhört. Arzt bzw. Heilpraktiker und Patient vollführen also in Wirklichkeit eine Gesprächstherapie, in der die Zuckerkugeln symbolische Bedeutung haben.“

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