Infosekta: Wo bleibt Religionsfreiheit bei Kindern in Sekten?


Mädchen | © 2007 Pixabay CC0
Die Sektenberatungsstelle «Infosekta» wirft in ihrem aktuellen Jahresbericht 2015 ein besonderes Augenmerk auf Kinder in sektenhaften Gruppierungen. Infosekta fordert eine stärkere Diskussion über die Frage, wie es um die Religions- und Meinungsfreiheit von Kindern steht, deren Eltern Mitglied in einer Sekte sind.

kath.ch

Die aktuelle Handschlag-Debatte nimmt Infosekta zum Anlass, auf ähnliche Dispensierungsgesuche von Mitgliedern in sektenhaften Gruppierungen hinzuweisen. Bei der Diskussion um das Dispensgesuch zweier muslimischer Schüler, die ihrer Lehrerin aus religiösen Gründen die Hand nicht geben wollten, stehe die Frage im Zentrum, inwiefern das Beispiel Schule mache. Es gehe um die Akzeptanz von zentralen Werten unserer Gesellschaft und darum, inwieweit man davon abweichen dürfe.

Dispensgesuche im schulischen Kontext gebe es auch bei manchen sektenhaften Gruppierungen wie etwa den Zeugen Jehovas.  »Wird ein Kind auf Wunsch der Eltern von Geburtstagsfeiern in der Schule ausgeschlossen, erlebt es sich dadurch als nicht zugehörig – was pädagogische Grundwerte unterläuft», heisst es im Jahresbericht von Infosekta. Dies sei zwar weniger gravierend als ein verweigerter Handschlag, dennoch werde mit einer solchen Entscheidung nicht weniger an der gesellschaftlichen Wertebasis gerüttelt als durch den Handschlag-Dispens, argumentiert Infosekta.

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