Radikaler Laizismus oder Würdigung?


Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Bild: Die Linke/Landesverband Rheinland-Pfalz
Wie hält es die Linke mit der Religion? Darüber soll der Bundesparteitag am kommenden Wochenende in Magdeburg entscheiden, zumindest wenn es nach dem Willen des sächsischen Landesverbandes geht. „Liberte, Egalite, Laicite“ (Freiheit, Gleichheit, Laizität) lautet der Titel ihres Antrages. Unter den etwas pathetischen Anklängen an die Französische Revolution heißt es im gleichen Tonfall weiter: „Die Zeit für eine konsequente Trennung von Staat und Religion in der Bundesrepublik Deutschlands ist gekommen“.

Von Christoph Scholz | katholisch.de

Ein weiterer Antrag will allerdings zunächst grundsätzlich das Verhältnis der Linken zu den Religionsgemeinschaften klären und plädiert für eine religionspolitische Kommission des Parteivorstandes. Derzeit sind beide Anträge unter „Sonstiges“ am späten Samstagabend aufgeführt. Wie die Pressestelle am Donnerstag erklärte, gebe es noch keine Bemühungen der Antragsteller um mehr Debattierzeit. Daher sei es denkbar, dass der Vorstand die Anträge verschiebe.

Beide Vorlagen unterscheiden sich nicht nur in der Vorgehensweise, sondern auch in der gesellschaftspolitischen Analyse. So könnte es zu einer Debatte kommen, wie die Vorgaben des Erfurter Parteiprogramms von 2011 zu Religionsfragen konkret ausgestaltet werden sollen. Dort hält die Partei fest: „Laizismus bedeutet für uns die notwendige institutionelle Trennung von Staat und Kirche“. Einig sind sich beide Anträge darin, dass die Linke hier Klärung schaffen sollte.

Verfassungsänderung hin zum Laizistischen Staat gefordert

Die Vorlage aus Sachsen ist bis in die Sprache hinein von einem ideologischen Laizismus geprägt. So werden Priester zu „religiösen Spezialisten“. Der Staat hat im Sinne „progressiver sozialistischer Politik“ die Aufgabe, eine „Laizisierung“ voranzutreiben. Im Erfahrungshorizont des säkularisierten Ostens sehen sie sich in einer durch Zuwanderung immer pluraleren Glaubenslandschaft, in der die Konfessionslosen inzwischen die „größte Konfession“ bilden.

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