Katholische Kirche und Neue Rechte


Die den Reichen sehr wohlgesonnene Partei AfD, die mit rassistischen, antiislamischen und grenzschießfreundlichen Voten bei den sogenannten „kleinen Leuten“ auf Stimmenfang geht, hat beim 100. Katholikentag in Leipzig keine Podiumsmikrofone zur Verfügung gestellt bekommen. Mit einiger Sicherheit war der Theologe, CDU-Politiker und neue ZdK-Vorsitzende Thomas Sternberg maßgeblicher Inspirator dieser Entscheidung.

Von Peter Bürger | TELEPOLIS

Dafür hat er sogar vom Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur einen – merkwürdig verquasten – Tadel erhalten. Die römisch-katholische Publizistik in unserem Land spricht angesichts der bedrohlichen Rechts-Entwicklungen im Lande offenbar lieber von neuen „Schmuddelkindern“, als im Sinne des katholischen Universalismus streitbar Farbe zu bekennen.

Indessen könnte sich Thomas Sternberg sehr gut auf Bischof Franziskus von Rom berufen. Der hat nämlich dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump – unter Voraussetzung einer korrekten Medienwiedergabe der Trump-Statements – bescheinigt, keine christlichen Positionen mehr zu vertreten. Wieso sollte da das oberste Laiengremium der deutschen Katholiken päpstlicher als der Papst sein und den antiislamischen Flüchtlingsfeinden in der Nähe auch noch ein Podium zur Verbreitung menschenfeindlicher Gesinnungen zur Verfügung stellen?

Das wollen sie ja, als Vertreter ganz „normaler“ gesellschaftlicher Positionen in jeder Talkshow und eben auch auf Kirchentagen gebauchpinselt werden … (Die polemischen Gegenattacken der AfD halte ich übrigens in Solidarität mit Flüchtlingen als durchaus für hilfreich. Ich glaube auch, dass es Immobilien- und Technologiebesitzer gibt, die ungebührlich am Migrationselend verdienen. Den Kirchen sollte der Nachweis kaum schwerfallen, dass sie zu diesen Nutznießern nicht gehören.)

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