An den Pranger der Weltlächerlichkeit


Scharf hinsehen und Kritik üben ist bei vielen Aspekten des Islam nicht nur legitim, sondern ein aufklärerisches Gebot. (Bild: Shamil Zhumatov)
Gern wird mit der Totschlagvokabel «Islamophobie» versucht, jede Kritik am Islam abzuwürgen. Auf der anderen Seite fordern Despoten «Respekt» ein. Wir sollten uns von solchen Kampfbegriffen nicht einschüchtern lassen.

Von Eduard Kaeser |Neue Zürcher Zeitung

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der «Islamophobie». Einer der Nestoren der linken politischen Philosophie, Michael Walzer, hat letztes Jahr unter dem Titel «Islamism and the Left» ein unangenehmes Thema aufgebracht. «Heute erfährt jede grosse Weltreligion ein bedeutsames Wiederaufleben», schreibt Walzer, «und die wiederbelebte Religion ist kein Opiat, wie wir dachten, sondern ein sehr starkes Stimulans. (. . .) Von Pakistan bis Nigeria und auch in Teilen Europas ist der Islam eine Religion, die eine grosse Zahl von Männern und Frauen, vor allem Männern, dazu anstiften kann, in ihrem Namen zu töten und zu sterben.» Ein beunruhigendes Phänomen, vor dessen Kritik viele Linke zurückschrecken, weil sie, so Walzer, eine «schreckliche Furcht davor [haben], als ‹islamophob› bezeichnet zu werden».

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