Benjamin Netanjahus letzte Maske ist gefallen


Screengrab Times of Israel
Screengrab Times of Israel
Die Politik des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu irrlichtert. Heute so, morgen so. Mit der Nominierung des Ultranationalisten Avigdor Lieberman ist ihm eine neue Volte gelungen.
 

Von Gil Yaron | DIE WELT

Die Ereignisse der letzten Woche haben endlich ein altes Rätsel gelöst. Seit Jahren fragen sich Beobachter, welches Erbe Premier Benjamin Netanjahu hinterlassen möchte. Ist er ein Groß-Israel-Ideologe, der die Besatzung der palästinensischen Gebiete verewigen will? Oder vielleicht doch das Schaf im Wolfspelz? Jemand, der sich im entscheidenden Augenblick als Führer vom Formate Charles de Gaulles entpuppen wird? Einer, der Israel endgültige, friedliche und gesicherte Grenzen beschert?

Beide Annahmen scheinen begründet. „Bibi“ ist als Hardliner bekannt. Mit verzerrenden Vereinfachungen schürt er Ängste, beschwört konkrete Gefahren herauf. Über Chancen spricht er indes nur vage. Sein Vokabular ist jüdisch-national, grenzte bei den Wahlen vergangenes Jahr an Rassismus, als er davor warnte, die „Linke“ karre Araber in Autobussen zu den Wahlurnen, um ihn zu stürzen.

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