Katholische Kirche: Schamlos paternalistisch


© dpa Kardinal Reinhard Marx, zelebrierte in Leipzig den Abschlussgottesdienst des 100. Deutschen Katholikentags.
Halbleere Hallen trotz prominenter Politiker – allgegenwärtig war jedoch der Papst auf dem Katholikentag. Ebenso wie die Rhetorik einer Kirche, die auf inklusive Suchbewegungen Gottes setzt.

Von Christian Geyer | Frankfurter Allgemeine

Halbleere Hallen trotz prominenter Politiker – „man wird das sorgfältig untersuchen müssen“, meinte Karl Kardinal Lehmann und hatte dabei den Umstand vor Augen, dass Spitzenpolitiker wie der Bundespräsident, der Innenminister oder die Arbeitsministerin sich auf dem Leipziger Katholikentag offenbar nicht als die Zugpferde erwiesen hatten, als welche man sie eingeschätzt und aufgefahren hatte. Was kann die angemahnte sorgfältige Untersuchung (womöglich unter Einbeziehung einer Untersuchungskommission) ergeben? Ein mögliches Ergebnis wäre ja: Nicht trotz, sondern wegen der Politprominenz blieben die Hallen halb leer. Denn wer kommt heute noch zum Kirchentag, um sich dort dieselben Leute mit denselben Argumenten anzuhören, die er aus den politischen Talkshows kennt?

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