Opfervertreter enttäuscht von Missbrauchsaufklärung der Kirche


Bild: WAZ
Bild: WAZ
Der Sprecher der Initiative von Opfern sexualisierter Gewalt an Jesuiten-Einrichtungen „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, ist enttäuscht von der Missbrauchsaufarbeitung der katholischen Kirche – sie habe noch gar nicht richtig begonnen.

domradio.de

„Die Aufarbeitung sexueller Gewalt in der Kirche ist noch nicht gescheitert, denn sie hat noch gar nicht richtig begonnen“, schreibt Katsch in einem Kommentar für die „tageszeitung“ (Onlineausgabe) am Montag. Auch bei dem am Sonntag beendeten Katholikentag in Leipzig sei die Chance verpasst worden, die systematischen Ursachen der Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen zu besprechen.

Die Bischöfe hatten nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals eine Serie von Maßnahmen eingeleitet. Opfer erhalten eine Entschädigung von bis zu 5.000 Euro, in begründeten Einzelfällen auch mehr. Im März 2010 entschuldigten sie sich bei den Opfern. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wurde zum Missbrauchsbeauftragten ernannt, eine Hotline wurde eingerichtet. Außerdem erließen die Bischöfe Leitlinien für den Umgang mit den Tätern, die 2013 verschärft wurden. Darüber hinaus verabschiedeten sie ein Präventionskonzept und beauftragten Forscher mit einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Vorkommnisse.

weiterlesen