Wie geht es weiter mit der Opposition in Syrien?


Mohammed Alloush (oder Allusch), der Chefunterhändler der im saudi-arabischen Riad zusammengestellten syrischen Oppositionsvertretung „Hohes Verhandlungskomitee“ (HNC), ist zurückgetreten. Die Nachricht zog weite Kreise, sie tauchte selbst in den fünf-minütigen Kurzzusammenfassungen der „Nachrichten aus aller Welt“ der öffentlich-rechtlichen Sender auf. Sie wurde also für wichtig gehalten.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Demgegenüber fielen allerdings die Erklärungen für den Rücktritt spärlich aus. Man beschränkte sich weitgehend auf die Wiedergabe des Statements des Zurückgetretenen. Allusch machte das „starrköpfige Assad-Regime“ für seinen Schritt verantwortlich, die Bombardements der syrischen Armee und die internationale Gemeinschaft, die es nicht schaffe, die syrische Regierung zur Einhaltung von Abmachungen, wie z.B. die Waffenruhe oder Hilfslieferungen für belagerte Städte, zu verpflichten. Das sind die Stereotype und Schuldzuweisungen, die ein Oppositionsführer von sich gibt. Schade, dass dies nicht besser mit Ergänzungen aufbereitet wird.

Gerne hätte man mehr über diese Personalie erfahren. Denn Mohammed Alluschs Rücktritt ist ein Politikum, wie die Rücktrittsnachrichten auch herausstellen. So ist von „einem schweren Rückschlag für die Bemühungen um eine Beendigung des Blutvergießen in Syrien“ die Rede. Kurz: Derzeit ist unklar, wie, wann und mit wem die Gespräche in Genf weitergehen sollen. Oder auch: Es sieht ganz danach aus, dass die militärischen Operationen das Sagen haben.

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