Umfrage: Jeder zweite Deutsche glaubt an Schutzengel

Knapp drei von zehn Menschen können sich vorstellen, Heiler und ähnliche Helfer aus der Esoterik-Szene um Hilfe zu bitten oder haben es bereits getan. FOTO: dpa, obe axs
Etwa jeder Zweite in Deutschland glaubt an Schutzengel, Hellseher dagegen genießen weit weniger Vertrauen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.

RP ONLINE

Knapp drei von zehn Menschen können sich vorstellen, Heiler und ähnliche Helfer aus der Esoterik-Szene um Hilfe zu bitten oder haben es bereits getan.

Umgekehrt sagt fast der ganze Rest der befragten Erwachsenen (69 Prozent), für sie komme der Weg zu einem solchen Heiler nicht in Frage. Auch bei der Fähigkeit zum Blick in die Zukunft ist die Mehrheit skeptisch: 51 Prozent denken, dass Menschen nicht hellsehen können. Gut ein Drittel sagt: Ja, solche Menschen gibt es.

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Keine Opfertypen – und auch vom Fundamentalismus kann mancher profitieren

Vor Kurzem erschien die deutsche Übersetzung von Deborah Feldmans Buch Unorthodox. In den USA war die autobiographische Erzählung der Loslösung aus einer jüdisch-hassidischen Glaubensgemeinschaft ein Bestseller und auch in Deutschland wurde breit berichtet – unter anderem im Stern, im Deutschlandradio und im RBB.

Von Ulrike Heitmann | TELEPOLIS

Aber nicht alle Menschen wollen religiöse Sondergemeinschaften oder „Sekten“ verlassen, und viele suchen sie sogar bewusst – und sind darin zufrieden. Schon der 13. Deutsche Bundestag hat eine Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ eingesetzt, und im 236-seitigen Endbericht aus dem Jahr 1998 (Drucksache 13/10950) heißt es:

Ein von der Kommission in Auftrag gegebenes Forschungsprojekt hat als Ergebnis erbracht, dass Menschen, die sich zu neuen religiösen oder ideologischen Gemeinschaften und Psychogruppen hingezogen fühlen, keine ‚passiven Opfer‘ sind. Vielmehr bringen sie eine Reihe von Bedürfnissen, Wünschen oder Lebensproblemen mit, die in diesen Gemeinschaften erfüllt und befriedigt werden sollen. Die Qualität der ‚Passung‘ zwischen den Erwartungen der suchenden Menschen und den Angeboten und dem Milieu der Gemeinschaften entscheidet über Einstieg in die Gemeinschaft, Verbleib oder Ausstieg.

In den darauffolgenden Jahren haben allerdings mehrere Menschen ihren mühsamen und schmerzhaften Weg nicht nur aus jüdischen, sondern auch aus christlich-fundamentalistischen Milieus und Organisationen beschrieben: Misha Anouk (Goodbye Jehova), Friedel Geisler (Die Rose sagt, ohne Dornen kriegt ihr mich nicht), Torsten Hebel (Freischwimmer – dieser Autor jedoch ist nach wie vor in einer Freikirche sehr aktiv), Brianna Karp (Homeless), Tilman Moser (Die Gottesvergiftung) und Claudia Schreiber (Ihr ständiger Begleiter).

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Pfälzischer Kirchenpräsident: Nicht jeder Islam gehört zu Deutschland

Kirchenpräsident Christian Schad bei der UEK-Vollkonferenz 2013 in Düsseldorf. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz spricht sich für Gespräche mit der AfD aus – Flüchtlinge, die in Deutschland leben wollen, müssen den demokratischen Rechtsstaat anerkennen.

kath.net

Flüchtlinge, die in Deutschland leben wollen, müssen den demokratischen Rechtsstaat anerkennen. Diese Ansicht äußerte der Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad (Speyer), in seinem Bericht vor der Landessynode. Das Kirchenparlament tagt vom 1. bis 4. Juni in Bad Dürkheim. Wie Schad weiter sagte, gehört ein „den Menschenrechten verbundener Islam“ zu Deutschland, ein fundamentalistischer hingegen nicht. Er erwarte von den Muslimen, dass sie gegen Fundamentalismus vorgehen und religiös begründete Gewalt ablehnen.
Schad: Es ist unchristlich, Minarette verbieten zu wollen

Ferner bezeichnete Schad Vielfalt als „gottgewollt.“ Die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel zeige, dass Gott jeder Gleichförmigkeit widerspreche: „Er rettet die Vielfalt gegen die Tilgung alles Fremden“, so Schad. Es sei somit Auftrag der Christen, sich für Flüchtlinge oder den interreligiösen Dialog einzusetzen. Wer hingegen wie die „Alternative für Deutschland“ (AfD) Muslime verdrängen und Minarette verbieten wolle, handle unchristlich. Das widerspreche zudem der Religionsfreiheit. Er rief gleichzeitig die 70 Synodalen auf, das Gespräch mit der AfD zu suchen. Schad forderte ebenso zur Solidarität mit verfolgten Christen auf. Gewalt im Namen einer Religion sei Gotteslästerung.

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Bürgerwehr in Sachsen fesselt Flüchtling an Baum

  • Mehrere Männer zerren einen jungen Iraker aus einem Supermarkt in Arnsdorf im Landkreis Bautzen und fesseln ihn mit Kabelbindern an einen Baum.
  • Der junge Mann ist psychisch krank und soll eine Mitarbeiterin bedroht haben.
  • Die Polizei ermittelt gegen ihn und die vier Männer. Einer von ihnen soll CDU-Gemeinderat sein.

Süddeutsche.de

Es ist ein schwerer Fall von Selbstjustiz: Nachdem ein 21-jähriger Iraker in einem Netto-Supermarkt eine Mitarbeiterin bedroht haben soll, zerren ihn mehrere Männer nach draußen und fesseln ihn mit Kabelbindern an einen Baum. Wie die Sächsische Zeitung und die Bild berichten, ereignete sich der Vorfall im sächsischen Arnsdorf (Landkreis Bautzen) bereits am 21. Mai. Die Polizei machte ihn aber erst jetzt bekannt, nachdem ein Video im Internet aufgetaucht war.

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Flüchtlingskinder ohne Geburtsurkunde

Baby © Gonzalo Merat auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen kamen viele Menschen ohne Papiere nach Deutschland. Eltern von Neugeborenen stehen häufig vor dem Problem, dass ihre Kinder ebenfalls keine Papiere bekommen. Das Menschenrechtsinsitut fordert schnelle Abhilfe.
 

MiGAZIN

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat die Politik dazu aufgefordert, dafür zu sorgen, jedem in Deutschland geborenen Kind eine Geburtsurkunde auszustellen. Kinderärzte und Hebammen in Berlin berichteten immer wieder von Fällen, in denen Eltern, die ohne Papiere nach Deutschland kamen, für ihr Neugeborenes keine amtlichen Dokumente erhalten hätten, teilte das Institut am Mittwoch in Berlin mit. Auch aus München und Stuttgart seien Fälle bekannt. Dies erschwere den Zugang zu Untersuchungen und zur Stellung eines Asylantrags.

Das Menschenrechtsinstitut veröffentlichte anlässlich des internationalen Kindertags am 1. Juni Informationen für Flüchtlinge und Verwaltung auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Daraus geht hervor, dass jedes in Deutschland geborene Kind ein Recht auf eine Geburtsurkunde hat. Deutschland habe dies erst 2014 gegenüber den Vereinten Nationen formuliert.

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Der Kampf um das Armenien-Papier ist ein Trauerspiel

Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Bild: Wikimedia Commons/JesterWr
Politiker von Union und SPD hatten türkischen Diplomaten versprochen, die Armenien-Resolution erneut zu verhindern. Aber auch das Verhalten einiger türkischer Verbände in Deutschland ist inakzeptabel.

Von Robin Alexander | DIE WELT

Wenn der Bundestag heute endlich den Völkermord des Osmanischen Reiches an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten anerkennt, sollte niemand von einer Sternstunde des Parlaments sprechen.

Im Gegenteil: Auch einhundert Jahre nach dem staatlichen Mordbefehl hatten führende Politiker von Union und SPD türkischen Diplomaten bereits in die Hand versprochen, die Resolution erneut zu verhindern.

Das Hohe Haus entging der Blamage nur, weil es von noch höherer Instanz zum Mut gezwungen wurde. Papst Franziskus und Joachim Gauck sprachen im vergangenen Jahr überraschend deutlich die Wahrheit aus.

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David Berger: Woelki spricht lukrative Flüchtlinge ‚heilig‘

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Scharfe Kritik des Kölner Publizisten: „Zum Fronleichnamstag ließ Woelki eigens ein Flüchtlingsboot importieren, um es als Altar und Kanzel zu nutzen und damit die auch für die Kirchen äußerst lukrativen Flüchtlinge gleichsam heilig zu sprechen.“

kath.net

Der Kölner Publizist David Berger hat den Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (Foto) wegen dessen „sakraler Flüchtlingsromantik“ scharf kritisiert. „Zum Fronleichnamstag ließ Woelki eigens ein Flüchtlingsboot importieren, um es als Altar und Kanzel zu nutzen und damit die auch für die Kirchen äußerst lukrativen Flüchtlinge gleichsam heilig zu sprechen“, schreibt Berger in einem Kommentar für die deutsche Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

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Wenn Biologie auf Ideologie trifft – Trofim Lyssenko

Trofim Denissowitsch Lyssenko. Bild: wikimedia.org/PD

Der Biologe Trofim Lysenko hat zu Stalins Zeiten die Genforschung und die Landwirtschaft der Sowjetunion ruiniert. Trotzdem finden seine kruden Thesen wieder neue Anhänger. Der Historiker Loren Graham hat den Fall untersucht.

Von Maggie Koerth-Baker | Technology Review

2012 veröffentlichte der wichtigste Orden der russisch-orthodoxen Kirche ein Biologie-Lehrbuch für die 10. und 11. Klasse. Es enthält einen explizit kreationistischen Text über die Rolle von Gott in der Natur: Die Lehre Darwins sei verheerend für die ganze Welt und insbesondere für das russische Volk gewesen, habe zur Verbreitung des Materialismus geführt und widerspreche russischen Werten, weil sie untrennbar mit dem skrupellosen Lebensstil britischer Kapitalisten im 19. Jahrhundert verbunden sei.

Das Buch wischt die Idee der natürlichen Auslese beiseite. Aber gleichzeitig begeistert es sich für die Vorstellung, im Leben erworbene Eigenschaften könnten an künftige Generationen weitergegeben werden. Dabei bezieht es sich auf aktuelle Erkenntnisse der Epigenetik, die tatsächlich zeigen, dass die Umwelt das Erbgut beeinflusst und dadurch erworbene Eigenschaften teilweise vererbbar sind.

Für Loren Graham ist das Schulbuch ein Zeichen dafür, dass die längst überwunden geglaubten Vorstellungen des berüchtigten Sowjet-Biologen Trofim Lysenko langsam wieder salonfähig werden. Als Historiker am Massachusetts Institute of Technology beschäftigt sich Graham seit Jahrzehnten mit russischer Wissenschaft. In seinem neuen Buch „Lysenko’s Ghost“ geht er der Frage nach, wie Politik, Religion, kulturelle Normen und Ideologie die Wissenschaft verzerren.

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Gewerkschaften und Kirchen pochen auf Sonntagsruhe

Kirchen und Gewerkschaften in Rheinland-Pfalz haben ihr gemeinsames Engagement für den arbeitsfreien Sonntag bekräftigt. Der zur jüdisch-christlichen Tradition gehörende arbeitsfreie Tag erinnere daran, dass die Menschen nicht nur zur Arbeit geschaffen seien und dass ihre Würde nicht an der Leistung hänge, teilten die evangelischen Landeskirchen in Hessen und Nassau, der Pfalz und im Rheinland am Mittwoch mit.

evangelisch.de

Eine immer weitere Aufweichung der Sonntagsruhe sei für die Beschäftigten unzumutbar, ergänzte Dietmar Muscheid, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland.

„Einen Tag in der Woche können und müssen die Geschäfte geschlossen bleiben“, sagte Muscheid anlässlich des 125. Jahrestags des Verbots der Sonntagsarbeit. In den vergangenen Jahren sei die Sonntagsruhe erneut durch die Feiertagsgesetzgebung und die Novellierung der Ladenschlussgesetze in vielen Fällen aufgeweicht worden. Rund elf Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiteten auch an Sonn- und Feiertagen. In gemeinsamen Bündnissen – wie der Allianz für den freien Sonntag – engagieren sich Kirchen und DGB-Gewerkschaften vielerorts gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit.

Auf dem Nachttisch… Nummer 2

Fotograf: Albert, Joseph Entstehungsjahr: um 1863 Aufbewahrungsort: München Sammlung: Stadtarchiv Land: Deutschland Kommentar: Ludwig II. gemeinfrei / geschnitten HS
…nannte Kurt Tucholsky eine Rubrik, die er in den 1920er Jahren für die „Weltbühne“ schrieb. Ob nun eine Monographie über John Heartfield, Gedichte von Walter Mehring, Studien über das „Geschlechtsleben in Melanesien“, katholische Moralbroschüren oder wohl im Suff geschriebene deutsch-französische Wörterbücher, den lombardischen Leser interessierte auch das, was sonst wenig öffentliche Beachtung fand, aber sie doch verdient hatte.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Ich lese zwar nie im Liegen, aber auch bei mir sammelt sich Gedrucktes, das ich nicht wegwerfen kann und das es verdient hätte, eine breitere Öffentlichkeit zu finden. Also, Tucho zu Ehren, bauen wir am Nachttisch an…diesmal auch für andere Medien…

Mordbrenner und Meuchler

Was für ein schöner Herbst: überall nur Gold, Kupfer und Messing. Da weiden die Schafe der frommen Denkungsart und ein englisches Landlüftchen weht, mit dem man sich die Lungen vollatmen möchte. Doch was sind das für beunruhigende Hammerschläge, die über diese Idylle hallen? Die Büttel der Rechtreligiösen zimmern einen Galgen – zwischen all diesen lieblichen Hügeln und Auen und der Sattheit des Septembers. Damit das Unbehagen, das den Zuschauer in seiner anfänglichen Wohligkeit beschleicht, sich noch steigert, führt man eine erbärmlich vor Angst schreiende Frau heran. Vorneweg der bibelheuchelnde Pfarrer und hinterdrein das verschreckte, gleichwohl neugierige Volk, das Hinrichtungen liebt, sofern es nicht die eigene ist.

Den letzten Befehl, das Seil zu straffen, gibt der Pfaffe mit einem Kopfnicken und die Schreie der Frau, die man als Hexe hinrichtet, ersticken. Hinter den Hagen und Hainen schleicht sich das Musik-Motiv für den Unhold heran, noch nur ein Grummeln, das aber Resonanz findet unten, auf unseren Zwerchfellen. In der Ferne, verschwommen und deshalb genauso diffus wie die jetzt hineinkriechende Beunruhigung, das Mißtrauen und die Angst, auf seinem so reinen, weißen Schimmel: Matthew Hopkins, „Der Hexenjäger“ – „The Witchfinder General“.

So beginnt ein bald 50 Jahre alter Horrorfilm, der seinen legendären Ruf bis heute immer wieder unter Beweis stellt. 1968 galten seine Gewaltdarstellungen als Tabubruch – vor allem aber der eindeutige Zusammenhang von Sex und Brutalität. Das Junggenie Michael Reeves drehte diesen, seinen dritten Spielfilm mit 23 Jahren – und starb bald darauf unter mysteriösen Umständen. Eine herrschsüchtige Mutter, folglich Drogen und Depressionen hatten ihm den Rest gegeben. Ein Frühunvollendeter.

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Türkisches Parlament kritisiert Armenien-Resolution

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Drei der vier Parteien im türkischen Parlament haben die geplante Armenier-Resolution des Bundestags scharf verurteilt.

Neue Zürcher Zeitung

Die Einstufung der Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord sei «inakzeptabel», hiess es in einer Erklärung der Regierungspartei AKP und der Oppositionsparteien CHP und MHP im Auswärtigen Ausschuss der Nationalversammlung. Nicht berücksichtigt werde dabei die Meinung von «Hunderttausenden türkischstämmigen Deutschen», die der deutsche Bundestag ebenfalls vertrete. Nicht mitgetragen wurde die Erklärung von der pro-kurdischen HDP.

Die Erklärung wurde am Mittwoch in vier Sprachen veröffentlicht und vom Presseamt des Ministerpräsidenten verschickt. Die islamisch-konservative AKP, die Mitte-Links-Partei CHP und die ultrarechte MHP verfügen über 490 der 550 Parlamentssitze.

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Produktion im Weltall, „um die Erde zu retten“

Auf der Raumstation MIR gezüchtete Kristalle. Grafik: Alexander McPherson & Lawrence James DeLucas. Lizenz: CC BY 4.0
Dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gelang es, ein Vermögen von über 60 Milliarden Dollar anzuhäufen, weil er in den 1990er Jahren als einer der ersten fest daran glaubte, dass das Internet nicht nur das Buchgeschäft, sondern den Einzelhandel überhaupt revolutionieren wird. Auf der vom Technologieblogs Recode veranstalteten Code Conference offenbarte der 52-Jährige jetzt, wie er sich die Zukunft „für die nächsten paar Hundert Jahre“ vorstellt.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Danach muss man die Produktion von Industriegütern in den Weltraum auslagern, „um die Erde zu retten“. In der Alternative dazu – einer Welt mit strenger Kontrolle des Bevölkerungswachstums – möchte der vierfache Vater und Besitzer der Weltraumflugfirma Blue Origin nicht leben.

Ein entscheidender Vorteil der Produktion im Weltraum ist für den Washington-Post-Besitzer die leichte Verfügbarkeit von Sonnenenergie, die (anders als auf der Erde) nicht von der Erddrehung und einer Atmosphäre zurückgehalten wird.

Neben der Verfügbarkeit von Sonnenenergie hätten Fabriken im Weltraum mehrere weitere Vorteile: Rohstoffe von anderen Planeten, Asteroiden oder Kometen könnten potenziell leichter dorthin als zur Erde gebracht werden. Riskante oder umweltschädliche Produktionsprozesse würden in einer Umgebung stattfinden, in der nur wenige oder gar keine Menschen oder Umweltgüter gefährdet sind.

Und Maschinen, die für den Einsatz im Weltraum gebaut werden, müsste nicht extra dort hin transportiert werden. Darüber hinaus könnte die Produktion von immer mehr Gütern auf Bedingungen wie Schwere- und Luftlosigkeit angewiesen sein, die sich auf der Erde nur mit sehr viel Aufwand nachstellen lassen.

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Peter Sloterdijk: „Das Megathema unserer Zeit heißt Migration“

Peter Sloterdijk bei einer Lesung aus seinem Buch Du mußt dein Leben ändern. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/RainerLück

Der Philosoph Peter Sloterdijk spricht über die Lage der SPD, Wähler- und Völkerwanderungen und Bewahrungsinteressen des Rechtsstaats.

Von Michael Hesse | Frankfurter Rundschau

Herr Sloterdijk, in Ihrem Buch „Was geschah im 20. Jahrhundert?“ konstatieren Sie den Zerfall der Linken. Wir erleben gerade den Absturz der SPD in Umfragen. Hat die Sozialdemokratie sich bereits im 20. Jahrhundert überlebt?
Die herkömmliche Linke war die politische Speerspitze einer gesellschaftlichen Entwicklung, in der das vielzitierte Proletariat bzw. die Arbeiterschaft die Mehrheit bildete. Die übrigen Lohnabhängigen, namentlich die wachsenden Kreise der Angestellten, waren zu guten Anteilen in die sozialdemokratische Klientel eingemeindet. Heute jedoch ist das Merkmal Lohnabhängigkeit kein zureichendes Motiv für die Bindung an die alte Partei mehr. Immer mehr Menschen können es sich leisten, gegen ihr vermutetes „Klasseninteresse“ zu stimmen. Insgesamt bemerkt man im aktuellen Parteiensystem, dass sich die gewachsenen Loyalitäten zwischen Wählerschaften und Parteien auflösen. Der Grund hierfür ist unter anderem darin zu suchen, dass die Politik seit längerem, genauer seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, ins Spektakelstadium eingetreten ist. Infolgedessen benehmen sich die Wähler nicht mehr so sehr als politische Ensembles, sondern wie ein Publikum.

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Trump is a full-blown nutter: Here are 58 unhinged conspiracy theories the Republican leader has promoted

trumpPresumptive Republican presidential nominee Donald Trump not only surrounds himself with conspiracy theorists, he has spent years pushing conspiracy theories himself, much to the delight of his supporters.

By Brian Tashman | Right Wing Watch/RawStory

At times, Trump tries to remain evasive about whether he actually believes these conspiracy theories, insisting that he simply “heard” or “read” them somewhere or is just asking a question.

We found at least 58 instances of Trump promoting false conspiracy theories on everything from immigration to President Obama’s birthplace.

The number is certain to rise in the coming months.

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President Obama

1) Birtherism

For years, Trump has suggested that President Obama fabricated his birth certificate in order to be eligible to run for president. As evidence of this, he has cited the work of Maricopa County, Arizona, Sheriff Joe Arpaio, “Israeli Science,” the conspiracy theory clearinghouse WorldNetDaily and an unnamed “extremely credible source.”

Trump has falsely claimed that the president spent millions of dollars “to keep this quiet” and wrongly suggested that the president’s grandmother confessed to witnessing his birth in Kenya.

“He cannot give a birth certificate,” he told radio host Laura Ingraham in 2011. He added: “He doesn’t have a birth certificate or, if he does, there’s something on that certificate that is very bad for him. Now somebody told me, and I have no idea whether this is bad for him or not but perhaps it would be, that where it says ‘religion’ it might have ‘Muslim,’ and if you’re a Muslim, you don’t change your religion by the way, but somebody said, ‘Maybe that’s the reason he doesn’t want to show it.’ I don’t think so. I just don’t think he has a birth certificate and everybody has a birth certificate.”

“When I hear he took an ad in the paper, his parents, these are poor people, when did you ever hear of anybody taking an ad in a paper?” Trump said in the same interview, casting doubt on the announcement of Obama’s birth in a Honolulu newspaper. “I see so much fraud in the world. An ad like that could’ve been staged. I don’t mean staged at the time. I mean could have been computer-generated five years ago, eight years ago, two years ago, it could’ve been computer-generated.”

“The Rockefeller family doesn’t buy ads in a newspaper and now you’re going to have two poor people putting an ad in a newspaper that their son was born? There’s something fishy about the whole thing. Very fishy,” he continued.

Trump went on to hail birthers as “great American people” and described himself as a “proud” birther, noting that he “went to a great college, the best” and “was a very good student” and “a very smart guy.”

“Either it’s fine, or he was born in Kenya, or, in my opinion there’s a very good chance he was born here and said he was born in Kenya,” Trump said in 2014. “Because if you were born in Kenya, you got into colleges and you got aid. Very simple.”

Trump has also claimed that Obama himself “said he was born in Kenya” and promised to “write a book” laying out his birther theory.

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Ramelow missioniert in Schweden

Bodo Ramelow, Bild: FB
Bodo Ramelow, Bild: FB

Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) fährt nach Schweden und macht in Stockholm Werbung für das anstehende Reformationsjubiläum.

evangelisch.de

Ramelow reist Anfang am 6. und 7. Juni nach Stockholm. Der Aufenthalt stehe unter dem Motto „Martin Luther meets Gustav Wasa“, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch in Erfurt mit. Mit der Reise wolle Ramelow, selbst bekennender Protestant, an die Bedeutung Thüringens wie Schwedens als Kernländer der Reformation erinnern und an diese Gemeinsamkeit anknüpfen, hieß es.

Ein Ziel der zweitägigen Visite sei es zudem, im Vorfeld des Reformationsjubiläums im nächsten Jahr für Thüringen als Kultur- und Reiseland zu werben. Nicht zuletzt sollen aber auch aktuelle politische Themen während der Reise angesprochen werden, wie etwa die Integration von Flüchtlingen.

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A Universal Cancer Vaccine Might Be Closer Than You Think

Right now the odds are not much better than 50-50 that you, in particular, will have cancer at some point. And, aside from not smoking (especially) and generally trying to live healthy, there also isn’t a whole lot you can do to tweak those odds in any dramatic way. Even among smokers, obsessive sunbathers, and vegetable haters, cancer winds up being pretty random. The dice can be loaded (sometimes a lot), but they are still dice.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

There are so many cancers and so many things that can work in concert or independently to increase a person’s cancer risk—to say nothing of the sheer scope and scale of cancer as an epidemic—that the idea of a universal cancer vaccine seems pretty far-fetched. Hell, given the vast and increasingly effective ecology of cancer treatments, a vaccine doesn’t even seem fair (especially if you happen to be a pharmaceutical corporation pushing those often extremely expensive treatments).

Nonetheless, a universal cancer vaccine is something being actively pursued and it may prove to be attainable after all. In a paper published Wednesday in Nature, researchers from Johannes Gutenberg University describe the development of a potential vaccine based on the immune system’s natural responses to viral infection. In early experiments based on mouse tumor models and three human patients with advanced melanomas, the vaccine, which essentially consists of nanoscale poison darts with of RNA payloads, was able to induce specific anti-tumor immune responses.

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