Gegen die Verstocktheit der Türkei hilft nur Druck


Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Hrant Dink, der ermordete türkisch-armenische Publizist, meinte einst, Türken und Armenier seien klinische Fälle, die der Therapie bedürften. Dagegen kann der Bundestag mit seiner Resolution helfen.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Der deutsch-türkische Autor Tayfun Guttstadt hat kürzlich den verquasten Blick vieler Türken auf den Völkermord an den Armeniern, Aramäern und Pontosgriechen ausgedrückt: „Wir haben sie nicht umgebracht, aber wir würden es wieder tun!“, zitierte er aus einem Gespräch mit einem türkischen Nationalisten. Das ganze Elend in einem Bonmot: Die hysterische Abwehr wie das ins Unterbewusstsein verdrängte Wissen um das Gründungsverbrechen der Republik.

Kein Wunder, dass der armenisch-türkische Publizist Hrant Dink meinte, Türken wie Armenier seien „klinische Fälle“, die der Therapie bedürften. „Das einzige Rezept ist der Dialog“, sagte Dink, weshalb er die in Frankreich beschlossene Resolution als kontraproduktiv kritisierte und die Fixierung der armenischen Diaspora auf den Begriff „Völkermord“ zurückwies, weil dies nur Abwehrreflexe erzeuge.

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