V-Mann-Material als „privates Eigentum“ getarnt


Ein Verfassungsschützer hielt Akten, ein Handy und SIM-Karten seines V-Manns unerkannt unter Verschluss. Der Chef des Amtes, Hans-Georg Maaßen, gibt zu, das Material sei noch nicht ganz ausgewertet.

Von Stefan Aust, Helmar Büchel, Dirk Laabs | DIE WELT

Mehrere Dutzend V-Männer verschiedener Verfassungsschutzbehörden waren über Jahre im Umfeld des NSU eingesetzt. Niemand kam nach jetzigem Wissensstand der Terrorgruppe näher als die V-Männer des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) mit den Tarnnamen Corelli und Primus. Corelli alias Thomas Richter berichtete von Halle an der Saale aus, Primus alias Ralf Marschner kam aus Zwickau, dort, wo Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zehn Jahre gelebt haben.

Die Führung des Bundesamtes für Verfassungsschutz hatte in den letzten Jahren verschiedenen Vertretern des Bundestages mehrfach versprochen, alle Fakten, Akten und Erkenntnisse über diese V-Männer offenzulegen. Doch am Donnerstag wurde im Bundestag abermals offensichtlich, dass Mitarbeiter des Amtes noch immer Informationen über die V-Männer des Amtes zurückhalten.

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