Die Agonie der Linken


Che-Guevara-Aufkleber mit „Mickey Maus“-Ohren: Im Kern war die Linke immer ein Oppositionsprojekt. picture alliance
Die Linke stellte über 150 Jahre die Avantgarde der politischen Bewegungen – im Kern war sie stets ein Oppositionsprojekt. Heute erlebt sie ihren Niedergang: Auf die politischen Herausforderungen der Zeit reagiert sie mit den immergleichen Forderungen

Von Alexander Grau | Cicero

Die politische Linke ist tot. Auf die politischen Herausforderungen der Zeit reagiert sie mit den immergleichen Forderungen nach Erhöhung der Sozialstandards, Ausbau des Wohlfahrtsstaates und dem Einfordern staatlicher Schutzräume für immer neue Minderheiten. Mehr intellektuelle Fantasielosigkeit war selten.

Dabei stellte die Linke über 150 Jahre die Avantgarde der politischen Bewegungen. Von der Französischen Revolution bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts entwarfen linke Vordenker Visionen moderner, freiheitlicher Gesellschaften. Linke politische Bewegungen artikulierten die Sehnsüchte großer gesellschaftlicher Gruppen nach Selbstbestimmung und Wohlstand. Linke Parteien kämpften gegen überkommene Strukturen und anachronistische Machtansprüche.

Kurz: Die Linke, Kommunisten und Sozialdemokraten, trieben die Machteliten vor sich her und nötigten sie zu Reformen, die die jeweiligen Gesellschaften erfolgreich und zukunftsfähig machten. Ohne die politische Linke gäbe es keine Moderne.

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