„Vegetarisches Essen ist Christenpflicht“


Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
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Der Mensch hat die Wahl – das ist für den Grazer Sozialethiker Kurt Remele das entscheidende Argument. Da es im 21. Jahrhundert fast überall auf der Welt möglich sei, sich auch fleischlos gesund zu ernähren, fordert er Christen zum Fleischverzicht auf. Denn nicht nur das Quälen, auch das mutwillige Töten von Tieren sei falsch. Schließlich sei sogar die Ernährung im biblischen Paradies eine vegane gewesen. Doch dann habe sich das Essen von Tieren gerade im katholischen Milieu im Wortsinne eingefleischt.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Frage: Herr Remele, gibt es in Zeiten von Flüchtlingskrise und weltweiten Hungersnöten nicht wichtigere Themen als die Würde des Tieres?

Remele: Natürlich kann man sagen, wenn Menschen im Meer ertrinken, ist das wichtiger als Tierschutz. Aber wir dürfen das Leid der einen nicht gegen das Leid der anderen ausspielen. Wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ beschrieben hat, sind alle Lebewesen voneinander abhängig. Wenn wir Tiere grausam behandeln, schlägt das auch auf uns Menschen zurück.

Frage: Wie steht es weltweit um die Würde der Tiere?

Remele: Die nahezu auf der ganzen Erde verbreitete Massentierhaltung ist unmoralisch und unverständlich. Ich frage mich, wie wir mit leidensfähigen Geschöpfen so umgehen können. Und die Tierhaltung ist nur eins von vielen Beispielen: Auch Tierexperimente in Forschung und Medizin, der Missbrauch an Haustieren, Stierkampf und bestimmte Formen der Jagd verletzen die Würde der Tiere.

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