Islamverbände: Mehr Spiritualität und weniger Politik bitte


Islamische Architektur aus Isfahan © seier+seier auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Vertreter islamischer Religionsgemeinschaften agieren häufig wie Politiker. Das wird der „Sache“ aber nicht gerecht. Was Muslime brauchen, sind geistliche und spirituelle Personen und Gelehrte, die Richtungsweiser sein können in einem theologischen und spirituellen Sinne.

Von Cemil Şahinöz | MiGAZIN

In Diskussionen über den Islam fällt sofort auf, dass es oft um politische Themen geht. Selbst wenn sozialwissenschaftliche Themen auf der Agenda stehen, drehen sich die Diskussionen um meist um Integration oder Migration. Und selbst dann ist die Semantik eine politische. Weiterhin fällt auf, dass muslimische Gemeinschaften eher auf Themen und Diskussionen reagieren, als eigene Diskurse in Gang zu setzen. Meist passiert etwas, woraufhin eine Reaktion folgt. So sitzt man, um es in der politischen Sprache auszudrücken, immer auf dem Oppositionsstuhl.

Auch wenn viele dieser Themen wichtig sind, bleibt der Kern des Islams immer im Schatten. Letztendlich ist der Islam eine Religion und keine politische Ideologie. Daher ist es wichtig, dass die Glaubenswahrheiten des Islams, seine Theologie und seine Spiritualität in den Vordergrund treten. Bisher kommen diese viel zu kurz. Seit Jahren hört man nichts mehr davon – außer im Ramadan, den man dieser Tage begeht. Ansonsten tritt der Islam meist als eine politische Kraft in Erscheinung. Das macht den Islam aber nicht aus und das kann auch nicht im Sinne der Muslime sein.

weiterlsen