„Franziskus regiert sympathisch – und absolutistisch“


Der Kirchenrechtler Thomas Schüller (dpa-Zentralbild)
Der Papst verschreckt seine Kleriker: Laien – und damit auch Frauen – bekommen in der Kurie mehr Einfluss, Bischöfe können künftig leichter des Amtes enthoben werden. Die neuen Regelungen sagten einiges über die Machtstellung von Franziskus aus, sagte der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller im DLF. Er nutze seine Amtsgewalt wie keiner seiner Vorgänger – und öffne der Denunziation damit Tür und Tor.

Thomas Schüller im Gespräch mit Monika Dittrich | Deutschlandfunk

Monika Dittrich: Im Vatikan wird es Anfang September eine kleine Revolution geben. Dann nämlich nimmt eine neue Kurienbehörde ihre Arbeit auf, in der die Zuständigkeiten für Laien, Familie und Lebensschutz zusammengefasst werden. Und jetzt kommt es: Der zweithöchste Posten dieser Behörde kann von einem Laien besetzt werden, und auch die drei Untersekretäre können Laien sein. Das bedeutet, dass nichtordinierte Menschen im Vatikan zukünftig Weisungsbefugnis über Priester erhalten können.
So etwas gab es noch nie. Und deshalb wollen wir darüber sprechen: Ich begrüße Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster. Guten Morgen!

Thomas Schüller: Guten Morgen!

Dittrich: Herr Schüller, arbeitet Papst Franziskus lieber mit Laien zusammen als mit dem Klerus?

Schüller: Er arbeitet mit beiden gern zusammen. Und vor allen Dingen hat er erkannt, dass die Laien einen wichtigen Beitrag leisten können für die Weitergabe des Evangeliums, aber auch für den Leitungsdienst. Und er macht Ernst mit seiner Ankündigung, Laien stärker in die Verantwortung zu übernehmen.

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