Die UV-Strahlung in Echtzeit beobachten


Bild: (c) http://www.bilderbox.com (BilderBox.com)
Biomedizin.Entgegen der landläufigen Wahrnehmung ist die Sonne in den letzten Jahren nicht aggressiver geworden. Das haben Forscher eines einzigartigen Labors an der Medizin-Universität Innsbruck in langen Messreihen nachgewiesen.

Von Uwe Schwinghammer | Die Presse

In den letzten Jahren fiel oft und gern der Satz: „Die Sonne wird auch immer aggressiver.“ Doch Mario Blumthaler, Leiter des UV-Labors an der Medizin-Universität Innsbruck (MUI), möchte diesen nicht unwidersprochen lassen. In seinem Labor kommen die Daten von UV-Messstellen in ganz Österreich, aber auch aus Teilen der Schweiz und Deutschlands zusammen. Seit beinah 20 Jahren werden die medizinisch relevanten Anteile der UV-Strahlung in verschiedenen Lagen von 16 Stationen tagtäglich so erfasst. „Wir haben eines der dichtesten Netze weltweit. Begründet ist dies durch die topografischen Unterschiede in Österreich. Es hat sich gezeigt, dass es diese Dichte braucht, um die UV-Strahlung ordentlich darstellen zu können“, sagt der Biomedizinphysiker. Initiiert und finanziert wurden die Messstellen vom Umweltministerium.

Doch zurück zur angeblichen Aggressivität der heimischen Sonne. Hier haben die Forscher der Sektion für biomedizinische Physik an der MUI nämlich festgestellt, dass die UV-Strahlung in den 20 Jahren kontinuierlicher Messung nicht zugenommen hat. Blumthaler: „Wir konnten zeigen, dass es auf die ganze Periode gesehen keine Änderung gibt. Wohl aber gibt es von Jahr zu Jahr große Schwankungen. Ein statistischer Trend ist daraus aber nicht zu erkennen.“

weiterlesen