Glyphosat und andere Gifte


Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)

Schon wieder gab es keine benötige Mehrheit für die Neuzulassung des vielfach angewendeten Herbizides. Dabei gibt es noch viele andere Substanzen im Ackerbau, die hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit untersucht werden müssten. Überhaupt stellt sich die Frage, was Ertragssteigerungen mittels Pestizide nützen, wenn rund die Hälfte der Nahrungsmittel vom Acker schließlich in die Mülltonne wandern?

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Bei der zweiten Abstimmung über Glyphosat am 6. Juni enthielten sich sieben von 28 Mitgliedstaaten. Allein Malta stimmte dagegen. Nun läuft die Glyphosat-Zulassung am 30. Juni 2016 aus. Bis dahin kann die EU-Kommission immer noch den Berufungsausschuss beanspruchen. Bringt dieser nicht das gewünschte Ergebnis, kann sie schließlich im Alleingang entscheiden.

Dabei steckt sie in folgender Zwickmühle: Befürwortet sie Glyphosat um weitere 18 Monate, muss sich die Kommission den Vorwurf gefallen lassen, Erfüllungsgehilfe von Monsanto und anderer Saatgutkonzerne zu sein. Lässt sie die Zulassung auslaufen, muss sie mit Klagen der Hersteller rechnen – glaubt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Zur Giftigkeit von Glyphosat liefern diverse Studien widersprüchliche Ergebnisse. Der Aussage der Internationalen Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) vom März 2015, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei, stehen die Erkenntnisse des Sachverständigenausschusses für Pestizidrückstände (JMPR) der WHO gegenüber. Dieser hält es für „unwahrscheinlich“, dass Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln Krebs verursachten.

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