Israel zerbricht an seinem Hass


So sollte es sein.
So sollte es sein.
Nach dem Anschlag von Tel Aviv rückt das Volk nicht mehr solidarisch zusammen. Polit-Geschacher und Hetze im Netz.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Das liberale Tel Aviv war schon immer das Gegenstück zum religiös konservativen Jerusalem. Wie sehr die politischen Überzeugungen auseinanderdriften, zeigt gerade eine Äußerung des Tel Aviver Bürgermeisters Ron Huldai einen Tag nach dem Attentat im Sarona-Viertel, bei dem Mittwochabend vier Israelis im Kugelhagel zweier Palästinenser starben. „Es ist doch unmöglich, Menschen unter Besatzung zu halten und zu glauben, dass sie sich damit abfinden, so weiter zu leben.“

Solchen Klartext sind die Israelis nicht gewöhnt, erst recht nicht von einem Politiker, der als langjähriges Mitglied der Arbeitspartei zum Establishment zählt. Umso mehr horchten viele auf, als der 71-jährige Huldai am Donnerstag in einem Interview mit dem Armeesender der Regierung die Leviten las. Statt über palästinensische Hassausbrüche zu jammern, solle man besser mal nach dem Warum fragen.

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