Religion im Gerichtssaal: Richter fordern Klarheit


foto: heribert corn Mona S., Angeklagte im „Terrorprozess“, weigerte sich vor Gericht, den Schleier von ihrem Gesicht zu nehmen. Sie wurde daraufhin von der Verhandlung ausgeschlossen – und ihr Fall zum Präzedenzfall. S. erhielt eine 22-monatige Haftstrafe wegen terroristischer Propaganda
In Verhandlungsräumen stehen Kreuze, doch ob Vorsitzende ein Kopftuch oder eine Kippa tragen dürften, ist derzeit unklar

Von Katharina Mittelstaedt | derStandard.at

Es war im Jahr 2008, als Staat und Religion in einem österreichischen Gerichtssaal zum ersten Mal medienwirksam kollidierten: Mona S., Angeklagte im sogenannten Terrorprozess, der gegen sie und ihren Mann geführt wurde, weigerte sich, ohne Gesichtsschleier einvernommen zu werden.

Im Wiener Straflandesgericht seien Männer anwesend, argumentierte die damals 22-Jährige. Ihr Glaube gebiete deshalb, sich zu verhüllen. Den Vorschlag der vorsitzenden Richterin, ihren Niqab gegen ein Kopftuch zu ersetzen, das ihr Gesicht freilegt, schlug die junge Frau aus: „Im Koran steht kein einziges Mal Kopftuch! Mein Glauben besagt Schleier“, gab sie zu Protokoll.

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