Vorsicht vor dem genetischen Turbo


Wunderwaffe gegen Malaria? Die neue Methode könnte zur Ausrottung der Anopheles-Mücke benutzt werden. Foto: Sumuay-Fotolia
US-Forscher haben einen Bericht über die Technik des Gene Drive verfasst – eine gentechnologische Methode, die alle bisherigen Verfahren in den Schatten stellt.

Von Nik Walter | Tages Anzeiger

«Gene Drive». Diese Bezeichnung für eine neue Methode der Gentechnologie sollte man sich unbedingt merken. Denn Gene Drive, auf Deutsch etwa «genetischer Antrieb», ist mit nichts zu vergleichen, was die Gentechnik bislang zustande gebracht hat. Die Technologie birgt das Potenzial, dass der Mensch gezielt in Ökosysteme eingreifen, ganze Arten (und nicht nur Individuen) genetisch verändern und Schädlinge flächendeckend ausrotten kann.

Die Aussichten sind einerseits verlockend. Denn mit Gene Drive könnten dereinst Populationen von Anopheles-Mücken dazu gebracht werden, keine Malaria-Parasiten mehr zu übertragen, oder man könnte die Mücken, die jährlich für den Tod von 500 000 Menschen verantwortlich sind, sogar ganz ausrotten. Auch den Zika und Dengue übertragenden Tigermücken oder schädlichen invasiven Arten wie etwa der Aga-Kröte in Australien könnte die Technologie den Garaus machen. Die Gene-Drive-Technik könnte aber auch beim Artenschutz zum Einsatz kommen, etwa indem sie hilft, bedrohte Arten von potenziell tödlichen Erregern oder Parasiten zu befreien.

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