Özdemir schließt EU-Beitritt der Türkei mit Erdogan aus

© dpa Lässt sich nicht einschüchtern: Erdogan-Kritiker Cem Özdemir
Ihn hat der türkische Präsident nach der Armenien-Resolution besonders im Visier. Nun hat der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir die Chancen der Türkei auf eine EU-Mitgliedschaft eingeschätzt. Sein Urteil fällt für Erdogan vernichtend aus.

Frankfurter Allgemeine

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hält eine Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union solange für ausgeschlossen, wie der gegenwärtige türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Amt ist.

„Eine EU-Mitgliedschaft der Türkei unter Erdogan wird es sicherlich nicht geben“, sagte Özdemir der F.A.Z. Er fügte hinzu: „Aber wir haben langfristig ein Interesse an einer demokratischen Türkei in Europa.“

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FBI spricht von möglichem Terrorakt: 50 Tote nach Schüssen in Florida

Der Pulse Nachtclub in Orlando, Florida (USA) nach den Schüssen. Foto: dpa
In einem Schwulenclub in Orlando steht plötzlich ein Bewaffneter auf der Tanzfläche und schießt. 50 Menschen sterben. Das FBI ermittelt wegen Terrorverdacht.

Frankfurter Rundschau

Bei der Bluttat in Orlando sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Das sagte Bürgermeister Buddy Dyer am Sonntag vor Medien. 53 Menschen wurden verletzt. Viele seien in kritischem Zustand. Es ist eines der folgenschwersten sogenannten «shootings» in der Geschichte der USA.

Die Hintergründe dessen, was in der Nacht in einem Schwulenclub in Orlando (Florida) geschah, sind noch völlig unklar. Der Schütze wurde etwa drei Stunden nach Beginn der Tragödie in einem Feuergefecht mit Polizisten getötet. Er hatte der Polizei zufolge zuvor Dutzende Geiseln genommen.

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Kriminalwissenschaftliches Kolloquium: Fluch und Segen des Glaubens

Mouhanad Khorchide Foto: vdb
Um das heiße Thema Religion und Gewalt ging es beim Kriminalwissenschaftlichen Kolloquium der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster.
 

Von Maximilian den Benken | Westfälische Nachrichten

Ohne Religion wäre die Welt friedlicher. Angesichts der Bilder vom „Islamischen Staat“ oder der Geschichte der Kreuzzüge dachten viele wohl schon mal so. Mehr als die Hälfte der Deutschen sieht Religion als Ursache für Konflikte. Doch warum und wie entwickelt sich so häufig Gewalt aus Religion? Wie lässt sich religiöser Fundamentalismus vermeiden? Solchen Fragen widmete sich jetzt das Kriminalwissenschaftliche Kolloquium der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster.

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Rassismus – Evolution – Schöpfung. Ein Streitgespräch

Video Nr. 1 aus der neuen Serie: „Evolution und Gesellschaft – Glaube contra Wissen im 21. Jahrhundert“ des AK Evolutionsbiologie in Zusammenarbeit mit der Richard Dawkins Foundation.

AK Evolutionsbiologie | Richard Dawkins-Foundation

Video-Serie Nr. 4: Evolution und Gesellschaft – Glaube contra Wissen im 21. Jahrhundert

Nachdem von 2010 bis 2012 zehn Videoproduktionen in der Serie „Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte“ veröffentlicht worden sind und die Nachfolgereihe „Design-Fehler in der Natur. Wallace und die Gott-lose Evolution“ Ende 2014 abgeschlossen war, startet das Kasseler Evolutionsbiologen-Team eine neue Reihe. Während im Rahmen der Serie Nr. 3 „Evolution ist überall“ inhaltlich zusammenhanglose Lehrfilme veröffentlicht werden, hat die im Juni 2016 eröffnete Reihe Nr. 4 wieder ein inhaltliches Konzept. Unter dem Titel „Evolution und Gesellschaft – Glaube contra Wissen im 21. Jahrhundert“ werden politisch relevante Themengebiete, wie z. B. der Rassismus, die Gender-Ideologie usw. thematisiert. Die Serie wird vom Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie in Zusammenarbeit mit der Richard Dawkins Foundation für Vernunft und Wissenschaft (RDF) organisiert und produziert.

Video Nr. 1: Rassismus – Evolution – Schöpfung. Ein Streitgespräch

Vor 150 Jahren hat der Jenaer Evolutionsforscher Ernst Haeckel (1834–1919) sein Hauptwerk mit dem Titel „Generelle Morphologie der Organismen“ publiziert. Neben der Einführung grundlegender Begriffe und Konzepte, wie z. B. Ökologie, Ontogenie, Phylogenie, Drei Organismenreiche, das Biogenetische Gesetz usw. hat Haeckel (1866) die biblische Vorstellung einer göttlichen Schöpfung als „Irrtum“ zurückgewiesen. Der Zoologe hat dargelegt, dass der Mensch, gemäß der Darwin-Wallace’schen Deszendenztheorie, von „affenartigen Säugetieren“ abstammt. Da Ernst Haeckel von „Rassen“ und „Arten“ spricht, und in späteren Schriften die Verwandtschaftsbeziehungen ethnischer Menschengruppen behandelt, wird der Zoologe noch heute mit dem politischen Begriff „Rassismus“ in Verbindung gebracht.
In dem aufgezeichneten Streitgespräch zwischen dem Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera und dem katholischen Theologen Prof. Dr. Thomas Schärtl werden die folgenden Haeckel‘schen Themen diskutiert:

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Papst: „Wissenschaft vereint Religionen“

Die Sternwarte in Castelgandolfo – AFP
Die Wissenschaft vereint verschiedene Religionen und Kulturen, denn alle Menschen haben die gleiche Neugier auf die Welt. Davon ist Papst Franziskus überzeugt, er sprach am Samstag zu Astronomen, die an einer Sommerschule an der Vatikanischen Sternwarte teilnehmen.

Radio Vatikan

„Wir leben alle unter dem gleichen Himmel und sind alle bewegt von der Schönheit, die im Kosmos sichtbar wird, und die sich auch in unseren Studien über die Himmelskörper widerspiegelt. Somit sind wir vereint in unserem Wunsch, die Wahrheit über dieses wunderbare Universum herauszufinden und uns dem Schöpfer immer weiter anzunähern.“

Das Thema der diesjährigen Sommerschule ist „Wasser im Sonnensystem und darüber hinaus“. Wasser spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und chemischen Entwicklung von Kometen, Asteroiden und Planeten, sowie natürlich auch für das Leben selbst. „Wir alle wissen, wie essenziell Wasser auf dieser Erde ist“, so der Papst. „Für das Leben, für uns Menschen, für die Arbeit. Von den kleinsten Schneeflocken hin zu den großen Wasserfällen, von Seen zu Flüssen und Ozeanen, das Wasser fasziniert uns mit seiner Kraft und zugleich mit seiner Ergebenheit. Die großen Zivilisationen nahmen ihren Anfang an den Flüssen und auch heute ist der Zugang zu sauberem Wasser eine Frage der Gerechtigkeit für alle Menschen, gleich ob arm oder reich.“

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Reiner Haseloff zu AfD im Landtag: „Schlimmer, als ich es erwartet habe“

Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU).Foto: dpa
Der CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt über erste Erfahrungen mit der AfD im Landtag, den Richtungsstreit in der Union – und Wolfgang Schäuble als Gegner.

Von Albert Funk | DER TAGESSPIEGEL

Herr Haseloff, im Magdeburger Landtag hat die Alternative für Deutschland 25 Sitze, nur fünf weniger als Ihre CDU. Bei der Landtagswahl hatte die AfD fast ein Viertel der Stimmen bekommen. Nirgends ist sie so stark wie in Sachsen-Anhalt. Wie sind denn die ersten Erfahrungen im Parlament?

Sie sind schlimmer, als ich es erwartet habe. Aber die AfD ist ja keine ganz unbekannte Partei mehr, und die Tendenz, wohin es gehen wird, war ja schon im Wahlkampf erkennbar. Was sich da zeigt, ist eine andere politische Kultur:  Vom Agieren im Plenum bis zur Wortwahl in Debatten. Es geht der AfD allein um die Konfrontation mit denen, die sie „Altparteien“ nennen. Die Auseinandersetzung wird lautstark geführt und ist bisweilen persönlich diffamierend. Inhaltlich kommt bisher praktisch nichts. Ich erwarte da auch nur Destruktives. Es wird eine echte Herausforderung für die neue Koalition der Mitte von CDU, SPD und Grünen. Aber es wird uns eher zusammenschweißen.

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NSU-Affäre: Strafvereitelung im Amt?

Ralf Wohlleben. Foto: AAG. Lizenz: CC BY-SA 2.0
Ralf Wohlleben. Foto: AAG. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Bundesanwaltschaft bekennt sich zu unvollständigen Ermittlungen – V-Mann Ralf Marschner ist Regierungssache – Vertreter der obersten Ermittlungsbehörde spricht von „schwarzen Löchern“ – Viele ungeklärte DNA-Spuren

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Die zehn NSU-Morde spalten Deutschland. Während die oberste Strafverfolgungsinstanz der Bundesrepublik ungerührt davon ausgeht, alle 27 Taten – Morde, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle – seien allein von den zwei Männern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos begangen worden, mit Unterstützung von Beate Zschäpe, widersprechen immer mehr Abgeordnete dieser Version: Die Zwei-Täter-Theorie der Bundesanwaltschaft (BAW) sei nicht haltbar. Bislang elf Untersuchungsausschüsse in Bundestag und Landtagen dokumentieren diese Zweifel.

Erstmals trafen jetzt Verfechter beider Seiten unmittelbar aufeinander: Der U-Ausschuss des Bundestages hatte den BAW-Vertreter Jochen Weingarten als Zeugen geladen. Dem gelang es nicht, die offizielle Version seiner Behörde gegen die Kritiker zu behaupten. Das war die eigentliche Nachricht des Tages.

Einer der Chefermittler kann viele Fragen nicht beantworten. Deutlich wurde durch den Auftritt des Oberstaatsanwaltes nicht nur, wie mangelhaft die Ermittlungen geführt werden, sondern auch, dass dahinter eine politische Motivation steckt. Dafür steht auch der zur Zeit gründlich diskutierte Fall des Zwickauer Neonazis und V-Mannes Ralf Marschner. Ob der ungeklärte NSU-Komplex aufgeklärt werden kann, ist längst eine politische Frage.

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Italien: Streit um kostenlose Ausgabe von ‚Mein Kampf’

Bild: ADL
Bild: ADL

Zehntausende Exemplare von Hitlers Buch „Mein Kampf“ sind in Italien als kostenlose Beilage verbreitet worden. Die Samstagsausgabe der Zeitung ‚Il Giornale’, die dem Bruder des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gehört, wurde an den Kiosken landesweit mit einer kommentierten Ausgabe des Werks von 1925 verkauft.

Radio Vatikan

Die jüdische Gemeinde in Italien verurteilte die Aktion als „unverschämt“. Sie sei „Lichtjahre“ davon entfernt, zur historischen Aufklärung über die Schoah beizutragen, erklärte der Vorsitzende der Vereinigung der jüdischen Gemeinden Italiens, Renzo Gattegna.

Der Chefredakteur von ‚Il Giornale’, Alessandro Sallusti, rechtfertigte die Entscheidung mit dem Hinweis, das Studium des Bösen sei notwendig, um seine Wiederholung zu vermeiden. In einem Kommentar verwies er am Samstag darauf, dass die jüdische Gemeinde in Deutschland die Veröffentlichung von ‚Mein Kampf’ gutgeheißen habe.

 

Blockade der Balkanroute war wirksamer als der Türkei-Deal

 Themenbild. Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien. Bild: AP AFP Pool watson.ch
Themenbild. Flüchtlingslager Zaatari, Jordanien.
Bild: AP AFP Pool watson.ch
Die Schließung der Balkanroute führte „umgehend“ zum Rückgang der Flüchtlingszahlen. Diese Bilanz zieht die Grenzschutzagentur Frontex. Das EU-Türkei-Abkommen spielt demnach eine untergeordnete Rolle.

Von Manuel Bewarder | DIE WELT

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen in Europa in diesem Frühjahr ist vor allem auf die Grenzschließungen auf der Balkanroute zurückzuführen. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Analyse der europäischen Grenzschutzagentur Frontex hervor, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt.

„Als nach dem 19. Februar die mazedonischen Behörden striktere Auswahl-Regeln für die Einreise aus Griechenland einführten, ging die Zahl der ankommenden Personen in Griechenland aus der Türkei umgehend zurück“, heißt es in der Analyse der europäischen Behörde mit Sitz in Warschau.

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Militärbischof Rink: Gewalt nur als äußerste Möglichkeit

Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink warnt vor dem leichtfertigen Einsatz militärischer Gewalt. Im Deutschlandradio Kultur sagte Rink am Sonntagmorgen, Gewalt könne nur „ultima ratio“ sein und sei „nur für den Fall, dass alle anderen Formen der Vermittlung und Verständigung versagt haben“ zulässig.

evangelisch.de

Nötig sei die „feste Überzeugung vieler Menschen, Staaten, ja der Vereinten Nationen, dass Krieg als Mittel der Politik ausgedient hat“, sagte Rink mit Hinweis auf einige Länder Afrikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens.

In Konflikten müssten drei Schritte befolgt werden: Vorsorge, Konfliktbewältigung – zur Not mit Gewalt – und Wiederaufbau. Wenn doch militärische Gewalt eingesetzt werde, müsse das „von der Völkergemeinschaft gemeinsam getragen werden“, sagte Rink, der der erste hauptamtliche Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

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Nonne wird Raumfahrttechnikerin

Quelle: www.schlecker.com
Quelle: schlecker.com

Eine Nonne mit gutem Draht nach ganz weit oben: Ein ungewöhnliches Studium hat jetzt eine indische Ordensfrau abgeschlossen. Die 32-jährige Benedicta vom Heiligen Antlitz, Mitglied des Karmelordens, wurde als Raumfahrtingenieurin promoviert.

kath.net

Für die Feier hatte die Ordensfrau dank einer Sondergenehmigung ihrer Oberin zum ersten Mal seit Ordenseintritt die Klausur verlassen dürfen, berichtete das Onlineportal «The Indian Express» (Freitag).
Schwester Benedicta hatte sich nach dem Masterstudium der Raumfahrttechnik in ihrer Doktorarbeit mit Staustrahltriebwerken mit Überschallverbrennung beschäftigt, die in Hyperschall- und Raumfähren zum Einsatz kommen.

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Deutsche Verteidigungsministerin kritisiert die Türkei

Ursula von der Leyen (2010), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die Regierung in Ankara scharf kritisiert. „Es gibt Entwicklungen in der Türkei, die uns zutiefst beunruhigen, wie etwa Einschränkungen bei der Pressefreiheit oder Missachtung von Menschen- und Minderheitsrechten oder der Umgang mit Parlamentariern“, sagte von der Leyen der „Welt am Sonntag“.

derStandard.at

„Eine Partnerschaft muss aushalten, dass man Kritik aneinander übt und auch in der Lage ist, Meinungsunterschiede auszuhalten“, hob die Ministerin hervor. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag die Reform zur Aufhebung der Immunität der türkischen Parlamentsabgeordneten in Kraft gesetzt, die die Volksvertretung Ende Mai beschlossen hatte. Die Aufhebung der Immunität ermöglicht die Strafverfolgung zahlreicher Abgeordneter, darunter dutzende Parlamentarier der Kurdenpartei HDP.

Die türkische Opposition sieht darin einen Versuch, sie mundtot zu machen, auch aus Berlin kam Kritik. Noch schwerer belastet wird das Verhältnis beider Länder durch die türkischen Reaktionen auf die Verabschiedung einer Armenien-Resolution durch den Bundestag. Erdogan warf deutschen Abgeordneten mit türkischen Wurzeln vor, ein Sprachrohr der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu sein und „verdorbenes Blut“ zu haben.

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Massensterben im Mittelmeer: Die Schande des Orients

Rette sich, wer kann: Immer wieder kommen viele Menschen bei der Überfahrt von Libyen nach Europa ums Leben.Foto: dpa
Tausende sterben auf ihrem Weg nach Europa, wo sie auf Wohlstand und Frieden hoffen. Und weil sie der Korruption, kriminellen Eliten und Fanatikern entkommen wollen. Doch Europas Grenzen für alle zu öffnen, ist keine Lösung. Eine Glosse.
 

Von Harald Martenstein | DER TAGESSPIEGEL

Wenn ich diese Bilder sehe, fällt mir nichts Lustiges ein. Tausende Menschen ertrinken im Mittelmeer, weil sie von einem besseren Leben in Europa träumen, viele von ihnen von einem Leben in Deutschland. Im Tagesspiegel stand dazu ein Interview mit der Migrationsexpertin Heidrun Friese. Überschrift: „Das ist die Schande Europas.“

Es gibt drei Ursachen dieses Massensterbens. Die erste besteht darin, dass Europa für immer größere Teile der Weltbevölkerung wie ein Paradies aussieht, für dessen Erreichen sich jedes Risiko lohnt. Es gibt hier genug Probleme, aber verglichen mit den Ursprungsländern der Auswanderer leben wir in Wohlstand, Frieden und Freiheit. Wenn Europa in Chaos, Armut und Bürgerkrieg versinkt, hört die Wanderung auf. Aber das ist natürlich keine Lösung, die erstrebenswert wäre.

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Polizeischutz für alle türkischstämmige Abgeordnete

©AFP
©AFP
Seit der Armenien-Resolution erhalten elf Bundestagsabgeordneten mit türkischen Wurzeln Morddrohungen. Nun hat die Polizei reagiert.

Frankfurter Rundschau

Nach der Armenier-Resolution des Bundestags haben türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Morddrohungen erhalten – und stehen nun nach Medienberichten unter Polizeischutz. Dies ist das Ergebnis einer Sitzung von Abgeordneten mit Vertretern der Berliner Polizei, der Bundestagspolizei und des Bundeskriminalamts, wie die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» («FAS») berichtete. Laut ZDF gilt der Polizeischutz seit Samstag. Das Bundeskriminalamt wollte sich auf Anfrage nicht näher dazu äußern. Eine Sprecherin erklärte lediglich, dass die Sicherheit der Abgeordneten lageangepasst gewährleistet werde.

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Küstenwache rettet mehr als 1300 Migranten aus Seenot

Die italienische Küstenwache hat zusammen mit anderen Helfern allein am Samstag mehr als 1300 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

Neue Zürcher Zeitung

An insgesamt elf Einsätzen zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste waren nach Angaben der Küstenwache auch die EU-Mission Eunavfor Med, die maltesische Flüchtlingshilfe Moas und das Schiff eines Privatmanns beteiligt. Während der Flüchtlingszustrom nach Griechenland im Zuge des Abkommens der EU mit der Türkei zurückging, steigt die Zahl der Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Italien gelangen wollen.

Fast 49’000 Bootsflüchtlinge erreichten seit Jahresbeginn Italien, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Die Überfahrt nach Italien, meist in überfüllten Schiffen aus Nordafrika, ist besonders gefährlich. Seit 2014 sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 10’000 Menschen auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken, oder sie gelten seither als vermisst.

Ray McGovern: „Der Schlüssel liegt darin, als erster zu lügen“

Ray McGovern (2008). Bild: wikimedia.org/PD

Raymond McGovern, Jahrgang 1939, verbrachte 27 Jahre in der CIA. Er war für die Beobachtung der Sowjetunion zuständig und berichtete in den 1980er Jahren persönlich den Präsidenten im Weißen Haus. Heute ist der Ex-Geheimdienstler ein erbitterter Gegner verlogener Kriegstreiberei und legte sich mit Bush junior, Donald Rumsfeld und Hillary Clinton an. Sein Komitee „Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)“ liefert regelmäßig ungebetene Kommentare zur Sicherheitspolitik und organisiert die jährliche Verleihung des Sam Adams Awards. Heute spricht er auf der Veranstaltung Kein Drohnenkrieg in der Pfalz. Im Telepolis-Interview bedauert McGovern sein Schweigen während des Vietnamkriegs.

Von Marcus Kompa | TELEPOLIS

Sie sind 1963 in die CIA in einer Zeit eingetreten, als die CIA einen schweren Stand hatte. Warum haben Sie sich für die CIA entschieden?

Ray McGovern: Die Fordham University, an der ich 1961 einen B.A.- und 1962 einen M.A.-Degree in Russlandstudien gemacht hatte, bot ein exzellentes Programm in Russlandstudien an. Während meines Grundstudiums habe ich auch beim Reserve Officers Training Corps (R.O.T.C.) studiert, war im Juni 1961 als 2nd Lt. anerkannt und diente für zwei Jahre als Army Infantry/Intelligence Officer. Es war eine sehr angespannte Zeit in den Beziehungen zwischen den USA und der UdSSR. Als John F. Kennedy 1961 Präsident wurde, hatte er berühmtermaßen aufgefordert „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag, was du für dein Land tun kannst.“

Mit der Expertise, die ich in russischer Sprache, Literatur, Geschichte und Politik hatte, schien es mir, dass ich meinem Land etwas Ungewöhnliches anbieten konnte, nachdem ich meinen Militärdienst abgeleistet hatte. Die substantiierte Gelegenheit zur Analyse, die mir das Central Intelligence Agency’s Intelligence Directorate anbot, war eine aussichtsreiche Gelegenheit, um mit meinen Kenntnissen über Russland und russische Angelegenheiten mitzuwirken.

Man sagte mir, diese Arbeit sei einzigartig in zweierlei Hinsicht. Erstens hätte ich Zugriff auf ALLE Informationen, die die US-Regierung über sowjetische Auslandspolitik gesammelt hatte, inklusive Geheimdienstwissen von unseren eigenen Agenten und der technischen Aufklärung; und zweitens wäre ich verantwortlich für die Analyse des gesamten Materials und den Analyse-Bericht ohne Furcht oder Bevorzugung an den Präsident der Vereinigten Staaten. Mit anderen Worten: Wir Analysten hatten keine politische Agenda – in der Tat keinerlei andere Agenda die Wahrheit direkt dem Präsidenten zu berichten. Wir mussten nicht dem Militär zustimmen, dass die Russen zehn Fuß hoch seien; Und wir mussten nicht unsere Ergebnisse maßschneidern, dass die Politik des Außenministeriums gut aussah.

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Menschenkette in Ramstein gegen US-Drohnenkrieg

us_drohne

Mit einer Menschenkette an der US-Militärbasis Ramstein haben am Samstagnachmittag rund 5.000 Friedensaktivisten gegen den amerikanischen Drohnenkrieg demonstriert.

evangelisch.de

Der Einsatz von Kampfdrohnen, der auch viele zivile Opfer fordere, sei völkerrechtswidrig, sagte Reiner Braun von der bundesweiten Friedenskampagne „Stopp Ramstein: Kein US-Drohnenkrieg“ in der pfälzischen Stadt. Die Proteste an dem US-Stützpunkt, die am Freitag begonnen hatten, sollten am Sonntag fortgesetzt werden.

Ramstein spiele in der weltweiten Kriegsführung der USA eine entscheidende Rolle, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine. Besonders der „terroristische Drohnenkrieg“ werde von der Satellitenrelaisstation des US-Luftwaffenstützpunktes aus wesentlich gelenkt. Deutschland dürfe sich an Kriegen, die vor allem um Ressourcen und Handelswege geführt würden, nicht beteiligen, appellierte der Linken-Politiker. Vielmehr müsse sich das Land um friedliche Konfliktlösungen bemühen.

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Krieg, Folter, Willkür: Die vergessene Ukraine

Ukraine: Das rechtsextremistische paramilitärische Bataillon Azow, das dem ukrainischen Verteidigungsministerium untersteht, veranstaltet Krawalle in Kiew © Sergey Dolzhenko/DPA
2012 feierte die Ukraine die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land. Vier Jahre später ist von der einstigen Aufbruchsstimmung nichts mehr geblieben. Das Land wird zwischen Kiew und den Separatisten zerrissen. Und die stehen sich im nichts nach.

Von Ellen Ivits | stern.de

Prorussische Separatisten haben den Osten der Ukraine fest im Griff, die wirtschaftliche Lage ist desolat und die humanitäre Situation im Land ist prekär: Wenn die ukrainische Nationalmannschaft am Sonntag auf den Rasen tritt und sich der deutschen Nationalelf stellt, wird ein vom Krieg zerrüttetes Land auf das Spielfeld im französischen Lille blicken.

Längst ist die Ukraine von den internationalen Titelblättern verschwunden. Doch die Situation im Land ist so kritisch wie selten zuvor.

Die Wirtschaftsleistung der Ukraine sank seit 2014 um beinahe ein Drittel, so eine Schätzung des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Das durchschnittliche Einkommen liegt bei 5230 Griwna, umgerechnet knapp 184 Euro.

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After 70 Years of Nuclear Fallout, Will Bikini Atoll Ever Be Safe Again?

The "Baker" explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
The „Baker“ explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
Exactly 70 years have passed since the first atomic bombs were dropped over Bikini Atoll in the Marshall Islands.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

The second bomb tested, an implosion-type nuclear weapon affectionately named “Helen of Bikini,” created a towering spray dome of two million tons of radioactive water. It was called “the world’s first nuclear disaster” by Glenn Seaborg, one of the fathers of the atomic bomb, and the United States government would detonate another 66 of its kind over the Micronesian archipelago between 1946 and 1958. Could these islands ever be safe for life again?

“People dream of going back to Bikini Island, but there’s an ugly history of people returning too early and getting sick. I couldn’t get clear answers, even in scientific literature, on whether these islands were, in fact, radioactive or not,” Emlyn Hughes, a professor of physics at Columbia University, told me.

Hughes is a CERN-trained particle physicist who found himself in the Marshall Islands after leading a documentary project on nuclear weapons with his undergraduate students. At the time, the RMI was suing the US government for allegedly violating the Nuclear Non-Proliferation Treaty. After closely following the case, Hughes decided to pursue an unbiased analysis of the islands’ actual radiation levels.

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