Ozean vor Chile: Algenblüte tötet seit Monaten massenweise Meerestiere


Algen in der Nordsee: Zwischen Dänemark und Großbritannien bilden sie einen riesigen Teppich. Bild. NASA
Algen in der Nordsee: Zwischen Dänemark und Großbritannien bilden sie einen riesigen Teppich. Themenbild. NASA
Es ist ein Alptraum für die Fischern im Süden Chiles. Anfang des Jahres verendeten rund 40 000 Tonnen Lachse in den Fischfarmen der Region Los Lagos. Was steckt dahinter?

Von Kerstin Viering | Badische Zeitung

Zwischen Dezember und Februar wurden auf der Insel Santa Maria Tausende tote Tintenfische angespült, Wochen später verwandelten 8000 Tonnen verwesende Sardinen die Strände um die Mündung des Flusses Queule in einen Fisch-Friedhof. Es folgten Zehntausende von toten Macha-Muscheln auf der Insel Chiloé. Und auch Wale und Robben bleiben nicht verschont.

Seit Monaten leidet das Meeresleben der Region unter einem Massensterben, das auch für die Fischer zur Katastrophe wird. Ausgelöst wird es durch winzige, aber umso gefährlichere Giftmischer, deren Zahl in diesem Jahr explodiert ist: Milliarden Algen der Art Pseudochattonella verruculosa überziehen das Wasser mit einem roten Teppich.

Es ist nicht der erste Fall, in dem giftige Algenblüten zum Problem für Mensch und Tier geworden sind. Rund um die Welt treten solche Phänomene immer wieder auf. Derzeit kennen Experten ungefähr 100 Algenarten, die toxische Verbindungen produzieren können. Damit sind die Giftmischer eine verschwindend kleine Minderheit unter den mehr als 10 000 Algenspezies der Weltmeere. Ihr Arsenal aber hat es in sich. Denn es enthält hochwirksame Nervengifte, die sich in der Nahrungskette anreichern.

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