Der geheimnisvolle Syrer, der „Einsame Wölfe“ zum Terror inspiriert


Adnani / Bild: (c) Wikipedia
Adnani ist der Sprecher der IS-Miliz. Aber nicht nur. Der Syrer leitet auch die „Externen Operationen“. In ihm vereint sich die Doppelstrategie der Terroristen gegen den Westen.

Die Presse.com

Gut 20 Tage vor dem Blutbad in Orlando hallte seine Stimme wieder über die Audiokanäle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS): 29 Minuten dauerte die Botschaft, in der Abu Mohammed al-Adnani in geschliffenem Arabisch sein pervertiertes Islam- und Weltbild ausbreitet, die IS-Gebietsverluste kleinredet, und zu Anschlägen im Fastenmonat Ramadan aufruft. Vor allem aber versuchte der Syrer, letzte Gewissensbisse potenzieller IS-Massenmörder im Westen zu zerstreuen: „Wir wurden informiert, dass einige von euch nicht in der Lage sind, militärische Ziele in ihren Ländern anzugreifen und Bedenken haben, gegen sogenannte Zivilisten vorzugehen.“ In den Ländern der „Kreuzzügler“ gebe es aber so etwas wie Unschuldige nicht, so Adnani.

Omar Mateen hat dem IS kurz vor dem Massenmord im „Pulse“-Club von Orlando seine Treue geschoren, der IS ihn danach als seinen „Krieger“ gewürdigt. Noch ist ungewiss, ob Mateen mit der Terrormiliz jemals in direktem Kontakt stand, gar Befehle empfing – oder sich selbst radikalisierte und mit den IS-Botschaften über das wirkmächtigste Propagandainstrument der Terroristen in Berührung kam: das Internet. In beiden Fällen würde Adnani eine Rolle spielen.

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