Energiekonzerne wollen Fracking in Deutschland erzwingen

  • Ein Gesetz, das Regeln für die umstrittene Fracking-Technik festlegen soll, hängt seit einem Jahr fest.
  • Der Erdgas-Verband BVEG kündigt nun an, dass er die umstrittene Gasförderung erzwingen will.
  • Bislang hatten die Unternehmen auf Förderungen verzichtet. Doch nun verlieren sie die Geduld. Unterstützt werden sie auch von Landespolitikern.

Von Michael Bauchmüller | Süddeutsche.de

Ungeachtet aller Widerstände will die deutsche Industrie die umstrittene Gasförderung per Fracking erzwingen. Man werde nun um „Bearbeitung der seit Jahren vorliegenden Anträge bitten“, kündigt Martin Bachman, Chef des Erdgas-Verbands BVEG an. „Unsere Mitgliedsunternehmen werden keine andere Alternative haben“, sagte der Wintershall-Vorstand bei einer Verbandstagung. Basis müsse dann die geltende Rechtslage sein.

Damit droht der Regierungskoalition eine peinliche Schlappe. In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, die Anwendung der Technologie gesetzlich zu regeln. Beim Fracking wird unter hohem Druck und mithilfe von Chemikalien Erdgas aus dem Gestein gelöst. Vor allem die Wasserwirtschaft hatte strenge Umweltauflagen gefordert, auch Anwohner haben Sorgen. Sie fürchten unter anderem, dass die Bohrungen Erdbeben auslösen. Einen Gesetzentwurf mit strengen Regeln gibt es bereits, doch die Koalitionsfraktionen konnten sich bislang nicht darauf einigen. Seit einem Jahr hängt der Entwurf nun fest.

weiterlesen

Religionsunterricht: „Der Schüler ignorierte mich, weil ich eine Frau bin“

Themenbild.
Themenbild.
Ein Muslim weigert sich, mit seiner Lehrerin zusammenzuarbeiten. Einem anderen Schüler fehlt das christliche Morgengebet. Wie Religion den Schulalltag beeinflusst.

Protokolle von Pia Ratzesberger | Südeutsche.de

Der gekreuzigte Jesus thront über der Türe, Schüler knien gen Mekka, andere verspotten jeglichen Gott. In den Klassenzimmern des Landes kommen alle zusammen; Christen und Muslime, Juden und Atheisten. Nirgends wird auf so engem Raum ausgehandelt, welche Rolle die Religion in der deutschen Gesellschaft spielen soll wie in den Schulen der Republik. Schüler und Absolventen, Eltern und Lehrer erzählen.

Michael, Abiturient: Jeder Schüler gehört nach christlichen Werten erzogen

„Die Religion berührt den Schulalltag kaum, aber selbst das ist manchen zu viel. Ich bin römisch-katholisch, habe letztes Jahr mein Abitur gemacht. Anders als viele meiner Freunde gehe ich regelmäßig in die Kirche. Am Anfang meiner Gymnasialzeit war es üblich, dass im Klassenzimmer vorne bei der Tür ein Kreuz hing. Vor Beginn der ersten Stunde musste ein Schüler ein Gebet aus einem kleinen Büchlein vortragen, beziehungsweise durfte. Es gab nie Beschwerden von Andersgläubigen, das Gebet gehörte zum Alltag. Vor den Ferien und am ersten Schultag ging man gemeinsam in die Kirche, jeder seiner Konfession nach.

weiterlesen

Niedersachsen: Kompromiss bei umstrittenem Islam-Vertrag

Niedersachsen © MiG
Über Jahre stritten Politiker und Verbände in Niedersachsen über einen Rahmenvertrag mit den Muslimen im Land. Jetzt scheint ein Konsens in greifbarer Nähe. Land und Religionsgemeinschaften einigten sich auch bei brisanten Themen.

MiGAZIN

Nach langwierigen kontroversen Diskussionen haben sich Landesregierung, Opposition und muslimische Verbände in Niedersachsen auf eine neue Fassung eines Islam-Vertrages geeinigt. Neu aufgenommen wurde ein Passus, in dem sich die Muslime im Land verpflichten, dem Missbrauch ihrer Religion durch den Islamismus entgegenzutreten. Zudem wendet sich der Vertragsentwurf gegen jede Form von Islamfeindlichkeit.

 Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zog nach Abschluss der fast vierstündigen Verhandlungen am Dienstag ein positives Fazit: „Die Vereinbarung dient der Integration und dem guten Miteinander in Niedersachsen. Es ist gut, dass die gesamte Landespolitik und die muslimischen Verbände in Niedersachsen einen gemeinsamen Weg gefunden haben.“

Lutherbibel: Geiz ist geil Mentalität der Kirchen

Wenn am 31. Oktober das Festjahr zum Reformationsjubiläum eröffnet wird, dann könnten die Lesungen in den Gottesdiensten zum Reformationstag schon aus der „Lutherbibel 2017“ stammen. Gedruckt wird die revidierte Lutherübersetzung ab dem 16. Juni, Verkaufsstart ist der 19. Oktober 2016, der erste Tag der Frankfurter Buchmesse. Alle Kirchengemeinden sollen die neue Bibel benutzen. Doch viele zögern mit der Anschaffung – es sei denn, sie bekommen die neuen Bibeln geschenkt.

evangelisch.de

„Rechtlich wird es so sein, dass die Landeskirchen ihren Gemeinden empfehlen, die neue Lutherbibel für den Gebrauch im Gottesdienst zu verwenden“, erklärt Stephan Goldschmidt, Gottesdienstreferent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Geschäftsführer der Liturgischen Konferenz. Die Lutherbibel 2017 ist von Oktober 2016 an die gültige Ausgabe. Das Manuskript der von 70 Theologinnen und Theologen revidierten Luther-Übersetzung wurde im September 2015 feierlich an die EKD als Herausgeberin überreicht.

weiterlesen

Odenwaldschule: Ein Apologet von Beckers Lustgier

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Hartmut von Hentigs neue Autobiographie „Noch immer Mein Leben“ läuft auf eine Demütigung der Schüler der Odenwaldschule hinaus, die von seinem Lebenspartner Gerold Becker sexuell missbraucht wurden.
 

Von Damian Miller | Frankfurter Rundschau

Die neue Autobiographie „Noch immer Mein Leben“ des Hartmut von Hentig erscheint im Verlag Wamiki („Was mit Kindern“), im Programm findet man es zwischen „täteretä“, „Ihr könnt mich mal“, „sex sells“ und „Mein Körper“. Hentigs Buch ist eine Apologie der Pädophilie, die so nicht deklariert wird, Abrechnung mit Kritikern und Demütigung der Lustobjekte seines Lebenspartners Gerold Becker. Dieser hatte von 1972 bis 1985 die südhessische Odenwaldschule geleitet und dort eine große Zahl von Jugendlichen sexuell missbraucht.

In den ersten sechs Kapiteln berichtet Hentig über seine Lebenserfahrungen und die vielen bereichernden Begegnungen mit interessanten Menschen. Ab Kapitel 7 beginnt die angekündigte Beschäftigung mit den Vorgängen an der Odenwaldschule und insbesondere mit dem Tun seines Freundes Gerold Becker. Die Enthüllungen hätten zur Erwartung an Hentig geführt, sich öffentlich über sein Wissen um die Taten zu äußern: Trotz seiner Leistungen im bisherigen Leben und dem „Sokratischen Eid“ sei es nicht gelungen, dass abgefallene Freunde, Kritiker und Feinde ihm die Unschuldsvermutung zugestehen.

weiterlesen

„Charlie Hebdo“-Chefredakteur Gérard Biard: „Anschläge haben nichts mit spezieller Religion zu tun“

foto: afp /joel saget
„Charlie Hebdo“-Chefredakteur Gérard Biard über die humoristische Annäherung an Gewalt und Terror, totalitären Wahn und Laizismus in Frankreich

Interview Stefan Brändle | derStandard.at

STANDARD: Der Terror schlägt weiter zu. Wie geht es „Charlie Hebdo“ anderthalb Jahre nach den Anschlägen auf die Redaktion?

Biard: Wir machen weiter. Was die Verkaufszahlen betrifft, geht es dem Blatt sogar gut. In der Redaktion ist die Stimmung leichter als noch vor einem Jahr. Wir haben neue Räume bezogen, deren Adresse vertraulich ist. Das ist unerlässlich, um Charlie mit der nötigen Gelassenheit produzieren zu können. Man muss auch Lust haben, ein Blatt zu machen, und lachen wollen – sogar über Dinge, die absolut nicht lustig sind.

STANDARD: Wie die neuesten Anschläge in Orlando und bei Paris?

Biard: Ja, wir stellen solche dramatischen Ereignissen auf unsere, das heißt komische Weise dar. Lachen ermöglicht es, sich über oder neben die Dinge zu stellen. Lachen ist das, was sie am meisten hassen – die Killer, die religiösen Fundamentalisten, die Tyrannen, die Diktatoren, all die, die eine religiöse oder totalitäre Ordnung einrichten wollen. Das Lachen untergräbt diese Ordnung, denn es setzt voraus, dass man etwas durchschaut hat.

weiterlesen

Terrorgefahr: De Maizière fordert Mitarbeit von der Bevölkerung

Thomas de Maizière (2012) Bild: wikimedia.org/PD

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert Wachsamkeit und Mitarbeit von der Bevölkerung. Hinweise müssten Teil der Sicherheitsarchitektur sein.

Frankfurter Rundschau

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Bevölkerung angesichts der Terroranschläge im Ausland zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. „Wir müssen uns inzwischen sowohl auf Einzelattentate als auch auf gemischte Anschläge wie in Paris und international koordinierte Terroranschläge vorbereiten, nicht mehr nur auf eines dieser Szenarien“, sagte de Maizière der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

In der Bevölkerung sei eine erhöhte Achtsamkeit nötig, „wenn sich Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde radikalisieren“, betonte der CDU-Politiker. „Das muss Teil unserer Sicherheitsarchitektur sein. Solche Hinweise an die Behörden sind unverzichtbar für die Vereitelung von Terroranschlägen.“ Die Radikalisierung erfolge nicht nur im Internet, sondern beginne regelmäßig auch im persönlichen Umfeld der Menschen.

Gauck bei Gottesdienst des Lutherischen Weltbundes

Himmelskreuz, Luthergarten. Wittenberg. Bild. screengrab Stadtgespräch-Dok.S.26
Himmelskreuz, Luthergarten. Wittenberg. Bild. screengrab Stadtgespräch-Dok.S.26
Bundespräsident Joachim Gauck wird für heute zu einem Gottesdienst des Lutherischen Weltbundes in der Wittenberger Stadtkirche erwartet.
 

evangelisch.de

Anlass seines Besuchs ist die bevorstehende Ratstagung des Lutherischen Weltbundes von Donnerstag bis Dienstag nächster Woche. Neben dem Gottesdienst wird Gauck auch die Skulptur „Himmelskreuz“ im Luthergarten einweihen.

Dem Lutherischen Weltbund gehören 145 Mitgliedskirchen aus 98 Ländern mit gut 72 Millionen Gläubigen an. Bei der Ratstagung werden die Delegierten unter anderem über die ökumenische Dimension des 500. Reformationsjubiläums im nächsten Jahr beraten. Im nächsten Jahr wird weltweit das 500. Reformationsjubiläum gefeiert, das auf die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers im Jahr 1517 in Wittenberg zurückgeht.

Als Muslime im Westen als schwul galten

Rumi zeigt seine Liebe seinem Schüler Hussam al-Din Chelebi. Bild: gemeinfrei
Nach Orlando war für viele die Gleichung klar: Islam = homophob. Dabei hat die gleichgeschlechtliche Liebe in der islamischen Welt eine lange Tradition

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Oberflächlich gesehen, gibt es viele Möglichkeiten, die Taten des Omar Mateen zu erklären: War er ein konservativer Waffennarr, der Menschen mit anderer Lebensweise so zum Schweigen brachte, wie es konservative Waffennarren eben tun? War er ein irrer Psychopath, der mit seiner eigenen sexuellen Identität nicht klar kam? Oder tötete Omar Mateen am Sonntag 49 Besucher eines schwulen Nachtclubs, einfach weil er Muslim war und Muslime eben keine Schwulen mögen?

Jede dieser Erklärungen ist zu kurz gegriffen und dennoch haben sich viele Medien für eine von ihnen entschieden: die letzte. Dass Muslime per se homophob sind, scheint sich in den Augen vieler nicht nur am Sonntag in Orlando einmal mehr bestätigt zu haben: Im Iran hängen die Körper von Homosexuellen an Baukränen, in Saudi-Arabien schlagen Religionswächter Schwulen die Köpfe ab und in Syrien stürzt der selbsternannte Islamische Staat Homosexuelle aus Hochhäusern.

Doch die Gleichung „Islam = homophob“ ist allenfalls so wahr wie ihr Gegenteil. Denn so sehr Islamisten heute Homosexualität verteufeln, so selbstverständlich war gleichgeschlechtliche Liebe jahrhundertelang in der islamischen Welt. Und so sehr Homophobie heute aus westlicher Sicht als typisch islamisches Problem gilt, so neu ist das Phänomen in der islamischen Welt.

weiterlesen

Studie entlarvt Petry als Falschaussagen-Spitzenreiterin

Foto: pa/ZB/dpa-ZB Frauke Petry im Mai 2016 bei „Anne Will“. Laut einer Studie liefert die AfD-Chefin die meisten Falschaussagen in TV-Talkshows
In diversen TV-Talkrunden liefern sich Politiker hitzige Debatten und hantieren dabei mit vielen vermeintlichen Fakten. Doch wie viele davon stimmen? Eine Studie stellt die Aussagen auf den Prüfstand.

DIE WELT

Volontäre der Kölner Journalistenschule haben die Aussagen von Politikern untersucht, die zwischen Dezember 2015 und März 2016 am häufigsten in deutschen Talkshows saßen. Das berichtet der Branchendienst „Meedia„. Die Journalistenschüler notierten dabei insgesamt 351 Aussagen und überprüften sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

Das Ergebnis: AfD-Chefin Frauke Petry lieferte mit 28,9 Prozent die meisten Falschaussagen. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) lag mit 21,9 Prozent falschen Fakten auf Platz 2 hinter Petry.

weiterlesen

Quantencomputer: Analog statt digital

Five qubit quantum circuit. Image: Martinis Group/UCSB
Five qubit quantum circuit. Image: Martinis Group/UCSB
Digitale Quantencomputer sind in der Theorie bestens verstanden, in der Praxis aber schwierig zu skalieren und zu nutzen. Schnellere Fortschritte könnten mit einem analogen Alternativ-Konzept zu erreichen sein.

Von Tom Simonite | Technology Review

Die Fähigkeiten von Computern auf der Grundlage der Merkwürdigkeiten der Quantenphysik dürften weit über die heutiger Rechenmaschinen hinausgehen. Regierungen und große Technologieunternehmen geben deshalb riesige Summen aus, um dieses Konzept weiterzutreiben. Allerdings wirken Quantencomputer manchmal auch wie eine von den Technologien, deren Einsatz immer noch 20 Jahre entfernt ist.

Seit einiger Zeit aber verfolgen mehrere führende Forschungsgruppen einen Ansatz, mit dem sie hoffen, die Wartezeit deutlich verkürzen zu können. Vergangene Woche haben Forscher von Google und an der Universität des Baskenlandes in Spanien Ergebnisse veröffentlicht, die tatsächlich eine Abkürzung auf dem Weg zum lange erwarteten ersten klaren Beweis der höheren Leistungsfähigkeit von Quantencomputing aufzeigen könnten.

Die Veröffentlichung ist einer der ersten Erfolge eines Plans, den Google-Quantenforscher mir vorgestellt hatten, als ich sie vergangenes Jahr in ihrem Labor besuchte.

weiterlesen

Armenien-Resolution: Warum fühlen sich viele Deutschtürken beleidigt?

Der Völkermord-Beschluss des Bundestags empört Ankara – aber auch Tausende Deutschtürken. Der Psychologe Kazim Erdogan erklärt, was dahintersteckt.

Interview von Anna Reimann | SpON

SPIEGEL ONLINE: Herr Erdogan, der Bundestag hat die Massaker an den Armeniern als Völkermord bezeichnet. In der Folge werden deutsche Politiker bedroht, die türkische Regierung wütet, auch viele Deutschtürken fühlen sich beleidigt. Warum eigentlich genau?

Kazim Erdogan: Die Männer in meinen Vätergruppen fragen: Was soll das jetzt nach hundert Jahren? Sie sind teils ehrlich empört, teils ist die Empörung auch Inszenierung. Viele sorgen sich, dass sie als Vaterlandsverräter gelten könnten, wenn sie jetzt nicht ihre Stimme im Sinne der türkischen Regierung erheben. Es steckt viel Angst dahinter. Kaum einer in Deutschland traut sich doch noch, kritisch über den türkischen Präsidenten Erdogan zu reden. Ich komme gerade von einem zweimonatigen Aufenthalt in der Türkei wieder und habe dort mitbekommen, wie groß die Furcht ist, sich politisch zu äußern. Die Leute dort haben schon Angst vor dem eigenen Nachbarn. Viele Menschen ersticken fast an dieser Angst.

weiterlesen

 

Der Todesstich des Näh-Roboters

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex
Photograph: Solent News/Rex
Roboter lernen, was sie bisher nie konnten: nähen. Textilfabriken dürften bald ohne Menschen auskommen. Das zerstört das Wachstumsmodell armer Länder – und mancherorts womöglich 80 Prozent der Jobs.

Von Benedikt Fuest, Olaf Gersemann, Tobias Kaiser, Philipp Vetter | DIE WELT

Die Halle mit den schneeweißen Wänden sieht wie ein Labor aus, nicht wie eine Fabrik. Ein halbes Dutzend Maschinen steht in zwei Reihen, und wer vorn in die erste ein paar Rollen Garn einlegt und in die andere je eine Handvoll Kunststoffkügelchen gibt, bekommt am Ende ein Paar fertige Laufschuhe heraus.

Ein Strickapparat produziert aus dem Garn erst den Stoff für die Oberfläche, der dann von der nächsten Maschine per Laser zugeschnitten wird. Ein Roboterwagen holt die fertigen Teile ab und bringt sie zum nächsten Gerät. Parallel wird auf der anderen Seite der Halle aus den Kunststoffteilen die Sohle gespritzt und zusammengesetzt. Am Ende verschweißt ein letzter Apparat Sohle und Oberteil. Fertig ist der Schuh.

weiterlesen

Der Aufschrei der Homophoben

Der Allianzvorsitzende Michael Diener übt scharfe Kritik an einem Kommentar der „Süddeutschen Zeitung“. Fotos: picture-alliance/dpa / idea/kwerk.eu
Scharfe Kritik an einem Kommentar in der „Süddeutschen Zeitung“ zur Bluttat von Orlando hat der Vorsitzende des Dachverbandes der etwa 1,3 Millionen evangelikalen Christen, der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener (Kassel), geübt.

idea.de

Der 29-jährige Omar Mir Seddique Mateen – ein US-Bürger mit afghanischen Wurzeln – hatte am 12. Juni in einem bei Homosexuellen beliebten Club 49 Personen erschossen, bevor er selbst von der Polizei getötet wurde. Der Täter bekannte sich zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Der Berlin-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Thorsten Denkler, schrieb dazu in einem Kommentar (13. Juni): „Für diese Tat hätte er genauso gut auch ein evangelikaler Christ gewesen sein können.“ Präses Diener nannte diese Darstellung gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea „völlig inakzeptabel“. Die Absicht hinter „dieser unverfrorenen Übertragung“ liege auf der Hand: Gewaltbereiten Extremismus gebe es in jeder Religion, auch im Christentum. Diener: „Damit verkennt der Autor aber, dass die Christenheit insgesamt ihre intensive Lerngeschichte zu ‚Gewalt und Glaube‘ ohne Eigenschonung vorangetrieben hat und dass es keine christlich motivierte Legitimation für Gewalt im Namen des eigenen Glaubens geben kann.“ Denkler verletze an dieser Stelle seine journalistische Sorgfaltspflicht. Er polemisiere und bleibe „jeden Beweis für diese schreckliche Behauptung schuldig“.

weiterlesen

Nach Anzeige wegen Kirchenasyl: Flüchtling erhält Bleiberecht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein Flüchtling, dem die evangelische Kirchengemeinde in Unterlüß bei Celle Kirchenasyl gewährt hatte, hat nach Angaben von Gemeindepastor Wilfried Manneke jetzt seine Anerkennung in Deutschland bekommen.

evangelisch.de

Der Asylantrag des Mannes aus Eritrea sei positiv entschieden worden, sagte Manneke am Dienstag dem epd. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil die Gemeinde wegen des Kirchenasyls angezeigt worden war. Die hannoversche Landeskirche hatte daraufhin das Kirchenasyl als äußerstes Mittel zum Schutz eines Menschen verteidigt. Den Kirchen sei bewusst, dass die rechtliche Beurteilung von Kirchenasyl eine Gratwanderung sei. Das Kirchenasyl sei aber ein offensichtlich notwendiger Schutzraum für Menschenrechte, hatte ein Sprecher erklärt.

weiterlesen

Hitlers Jacke, Görings Unterhose

Hermann Göring, Rudolf Heß und Joachim von Ribbentrop beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess.Foto: picture alliance / dpa
Ein Münchner Auktionshaus will Privatgegenstände von NS-Verbrechern versteigern. Das löst eine Welle des Protestes aus.
 

Von Patrick Guyton | DER TAGESSPIEGEL

München steht vor einer gruselig anmutenden Versteigerung: An Samstag sollen persönliche Gegenstände von NS-Größen für zum Teil horrende Summen unter den Hammer kommen. Dazu zählt etwa eine Uniformjacke, die angeblich von Hitler stammt, der Startpreis liegt bei 30 000 Euro. Weiter ist unter den 169 Versteigerungstiteln eine Messinghülse, in der Hermann Göring die Zyankali-Kapsel versteckt haben soll, mit der er sich am 15. Oktober 1945 umgebracht hatte. Auch wird, so der Katalog des Auktionshauses Hermann Historica, eine „kräftige Unterhose“ von Göring versteigert – Bundweite 114 Zentimeter, 500 Euro –, sowie verschiedene Teile der Stricke, mit denen Joachim von Ribbentrop, Julius Streicher oder Wilhelm Frick nach den Nürnberg-Urteilen gehängt worden waren (je 500 Euro).

weiterlesen

Berliner Imam zu zweieinhalb Jahren verurteilt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)
Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ein wegen Werbens für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Berlin angeklagter Imam ist zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Neue Zürcher Zeitung

Das Kammergericht sprach Gadzhimurad K. am Dienstag des Werbens um Mitglieder oder Unterstützer für den IS sowie der Billigung von Straftaten durch die Dschihadisten schuldig. Der 30-Jährige hatte die Taten gestanden und sich davon distanziert.

Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts im Januar 2015 in einem Onlineportal ein Video mit dem Titel «Härte im Dschihad» hochgeladen, in dem er dem IS huldigte. Zudem habe er im Mai 2015 einem russischsprachigen Onlinemagazin ein Interview gegeben, in dem er die grausame Tötung eines gefangenen jordanischen Piloten und eines in Syrien gefangengenommenen amerikanischen Journalisten durch den IS religiös zu rechtfertigen gesucht habe. Damit habe er die «brutalen Gräueltaten gebilligt», so das Gericht.

Like Dinosaurs, Meteorites Could Have Been Very Different Millions of Years Ago

Meteoriten, kosmische Geschosse. Bild: BR.de
Meteorites. Image: BR.de
Geologists have found a new type of meteorite which smashed into the planet around 470 million years ago, and they reckon it could be the first example of an “extinct” meteorite—a kind that no longer falls to Earth today.

By Victoria Turk | MOTHERBOARD

The meteorite, discovered fossilized in a limestone bed in Sweden, has a different composition to all of the known meteorite types. This suggests that the meteorites that fell in the past may have been different to those we see today, and offers potential new insight into the formation and composition of the Solar System.

“We know absolutely nothing about what types of meteorites fell on Earth in the distant past, before one or two million years [ago],” said Birger Schmitz, a professor in geology at Sweden’s Lund University and the lead author of the paper outlining the discovery, which was published on Tuesday in Nature Communications.

He explained that the majority of meteorites discovered from the past few million years fall into the same category (“ordinary chondrites”), but we don’t know what came before, hundreds of millions of years ago.

read more