Jungtürkische Massaker an den Christen


© dpa Die Schuld der anderen? Armenische Flüchtlinge in Syrien, 1915. Sie waren nicht die einzige betroffene Minderheit des Genozides.
Bei der Diskussion um den Genozid von 1915 gibt es viele Leerstellen. Nicht nur die Armenier waren Opfer von Massenmorden, sondern auch die Aramäer – und die Frage nach der deutschen Rolle wird ignoriert.

Von Dorothea Weltecke, Boris Barth, Dominik Giesen | Frankfurter Allgemeine

Heute, am 15. Juni, begehen aramäische Christen weltweit erstmals ökumenisch den Jahrestag des „Sayfo“. Dieser Begriff meint „das Schwert“ und ist das Wort für die aramäische Erinnerung an die Massenmorde, die vom jungtürkischen Regime im Osmanischen Reich zwischen 1915 und 1917 an dieser Volksgruppe begangen wurden. Genaue Opferzahlen sind nicht bekannt, doch wurde der Großteil ihrer Bevölkerung im Osmanischen Reich vernichtet und vertrieben. Uralte Siedlungen wurden für immer aufgegeben; an zentrale historische Orte aramäischer Kultur wie die Städte Urfa (Edessa) oder Nusaybin (Nisibis) sind die Nachfahren der Opfer nie wieder zurückgekehrt.

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