Glaube hat in der Schule nichts verloren – Religion aber sehr wohl


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Warum alle Schüler ungeachtet ihrer Konfession in einem gemeinsamen Religionsunterricht lernen sollten.
 

Von Matthias Kohlmaier | Süddeutsche.de

Ein großer Vorteil am Leben in Deutschland ist, dass niemand etwas glauben muss, aber jeder alles glauben darf. An Jesus, Allah, Ganesha – egal, es herrscht Glaubensfreiheit, die das Grundgesetz garantiert. Dort steht ein paar Artikel später auch, dass der Religionsunterricht an den Schulen „ordentliches Lehrfach“ ist, das „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“ wird.

Das bedeutet: Der Staat kontrolliert, dass an den Schulen nichts gelehrt wird, was gültigem Recht widerspricht. Er bezahlt auch die Religionslehrer. Diese sind aber nicht nur den Gesetzen und ihrem Arbeitgeber verpflichtet, sondern auch ihrer Kirche. So gut ein katholischer Religionslehrer seinen Job machen mag: Wenn seine Ehe in die Brüche geht und er später erneut heiratet, kann ihm die Kirche die Lehrerlaubnis entziehen.

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