Katholische Kirche: Wer ein zweites Mal heiraten möchte, hat ein Problem


Komplizierte Beziehung: katholischer Religionslehrer und seine Kirche. (Foto: Illustration Jessy Asmus für SZ.de)
Katholische Religionslehrer müssen ihr Leben nach den Vorgaben der Kirche ausrichten. Das führt zu absurden Situationen.
 

Von Anna Günther | Süddeutsche.de

Roman Haehl ist 32, verheiratet und hat einen kleinen Sohn. So weit, so normal. Trotzdem denkt er über Details seines Lebens und die Folgen für seinen Beruf nach. Details, die niemanden außerhalb seiner Familie etwas angehen. Sein Sohn wurde erst mit fünf Monaten getauft, noch dazu erst bei der Hochzeit von Roman Haehl und seiner Lebensgefährtin. Brav katholisch ist das nicht. Na und, er lebt doch im 21. Jahrhundert, könnte Roman Haehl sagen – aber er ist Religionslehrer.

Er unterrichtet zwar an einer staatlichen Fachoberschule und ist bayerischer Beamter, aber Haehl braucht auch die Lehrerlaubnis der katholischen Kirche, die sogenannte Missio Canonica. Die deutschen Bischöfe erteilen sie in ihren Bistümern unter der Bedingung, dass Religionslehrer ihren Unterricht im Sinne des christlichen Glaubens halten und auch privat die Grundsätze der katholischen Kirche beachten.

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