Bleibt skeptisch!


Medizin, Arzneikunde, Anatomie, Architektur, Mathematik, Geographie, Astronomie, Geologie und Physik. Deckenfresco von Bartolomeo Altomonte im Stift Admont. Bild: Fb78/CC BY-SA 3.0
Medizin, Arzneikunde, Anatomie, Architektur, Mathematik, Geographie, Astronomie, Geologie und Physik. Deckenfresco von Bartolomeo Altomonte im Stift Admont. Bild: Fb78/CC BY-SA 3.0
Verrennen sich die technologiebegeisterten Skeptiker bei der unkritischen Unterstützung für Agrarchemie, Gen- und Nukleartechnik?
 

Von Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Dass die Skeptiker, auch die deutschen, einen gewissen, durchaus diskussionswürdigen Hang zur Technokratie haben, war schon immer klar. Sie wollten noch nie gerne hören, dass die Selbstaufklärung – vor allem, was die instrumentelle Vernunft angeht – eben auch Teil einer zeitgemäßen Idee von Aufklärung sein müsste. Neuere Aussagen zur Gen- und zur Nukleartechnik lassen aber vermuten, dass die Skepsis der Skeptiker bei bestimmten Themen noch abrupter aufhört als anderswo.

Was würde Deutschland fehlen, wenn ihm seine Skeptiker fehlen würden? Emphatisch gesprochen könnte man sagen: eine Oase im Meer des Unsinns. Die Brights, die GWUP, Leute wie Edzard Ernst, Nathalie Grams und das Netzwerk Homöopathie – sie alle arbeiten daran, den leider in Marketing-Angelegenheiten höchst erfolgreichen „Impfkritikern“, Quacksalbern, Chemtrail-Schniefern und all den anderen Irrlichtern etwas entgegenzusetzen.

Religions- und Ideologiekritik, die Entlarvung von geschäftstüchtigen Bauernfängern, der Einsatz für ein Weltbild, das ohne Götter und Geister auskommt – das sind die starken Aspekte dieser selbstverständlich nicht immer homogenen Bewegung. Aber natürlich: Die Sache hat Licht und Schatten. Dass der religionskritische/atheistische Sektor des Skeptizismus auf internationaler Ebene ein massives Problem mit Frauen hat, ist schon länger klar (Wo sind die Frauen?).

Kritisch auch gegenüber der Wissenschaft

Der Wissenschaftsjournalist John Horgan warf neulich der skeptischen Bewegung in einem vielbeachteten Vortrag vor, sie konzentriere sich auf leichte Gegner wie Homöopathie und Yetigläubige und vernachlässige ihre Pflicht zur Aufklärung im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Problemen, wie zum Beispiel den aktuell stattfindenden Kriegen. Aber schon die Esoterikkritik der Skeptiker sei nicht wasserdicht, wenn sie der Wissenschaft selbst gegenüber unkritisch bleibe.

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