Armenien-Resolution: „Ditib lehnt Drohungen ab“


Bekir Alboğa, Generalsekretär der DITIB Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC-BY-SA 4.0
Ist die Türkisch-Islamische Union Ditib nur der verlängerte Arm des türkischen Präsidenten Erdogan? Generalsekretär Bekir Alboga über den alten Vorwurf und eigene Fehler.

Von Felix Firme | Frankfurter Rundschau

Die Türkisch-Islamische Union (Ditib) sorgt derzeit immer wieder für Schlagzeilen. Erst ging der Verband türkische Abgeordnete scharf an, die für die Armenien-Resolution stimmten. Dann lud er Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und am Donnerstag die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) von einem gemeinsamen Fastenbrechen wieder aus. Im Interview spricht der Generalsekretär Bekir Alboga über die Drohung gegen Abgeordnete und die Nähe seines Verbandes zur türkischen Politik.

Herr Alboga, die Morddrohungen an türkischstämmigen Abgeordneten im Zug der Armenienresolution haben Sie und andere Gemeinschaftsmitglieder bereits verurteilt. Für viele Politiker kommt das aber zu spät. Warum haben Sie so lange gebraucht, sich davon zu distanzieren?
Dieses stimmt so nicht. Die Ditib hat sich bereits frühzeitig durch seinen Syndikus Herrn Kayman dazu auch schriftlich geäußert und ebenfalls bereits am 8. Juni, also in einer sehr frühen Phase auch eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht.

Hat Ditib die Debatte nicht unnötig verschärft?
Nichts liegt der Ditib ferner, als eine Debatte zu verschärfen. Allerdings ist es auch Fakt, dass die Menschen, die uns legitimieren, von uns erwarten, dass wir auch ihnen eine Stimme geben. Wir haben bei der Debatte mehr inhaltlichen Austausch und Dialog gefordert. Diese Passagen wurden leider im Rahmen des ARD Beitrages, der zu dem erwähnten Eindruck führte, nicht verwendet. Lediglich eine, wie wir finden, legitime Antwort bezüglich der Empfindung der Gemeindemitglieder wurde nach dem Beitrag über die Drohungen und der Forderung nach Distanzierung manipulativ eingespielt. Ditib hat sowohl in seiner Pressemitteilung, als auch durch seine Vertreter stets zu mehr Sachlichkeit und Mäßigung aufgerufen und tut dies auch weiterhin.

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